19.11.2021 14:17 |

Zustimmung und Kritik

Corona: Tiroler Reaktionen zum generellen Lockdown

Bund und Länder zogen hinsichtlich der explodierenden Corona-Zahlen die Notbremse: Ab Montag gilt ein Lockdown für alle, wie Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP), Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) sowie Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) bei einer Pressekonferenz in Pertisau am Achensee/Tirol am Freitag verkündeten. Wie reagieren die Tiroler Parteien darauf? Ein Überblick:

Gesundheitssprecher Gebi Mair von den Grünen, Koalitionspartner der Platter-Volkspartei, sieht in dieser Maßnahme „die einzige Möglichkeit, die Welle zu brechen. Besser jetzt hart die Handbremse ziehen, als ewig die Bremse schleifen zu lassen. Was vor Wochen noch vermeidbar war, ist jetzt leider unvermeidlich geworden", so Mair.

Was die Impfpflicht angeht, so hält Mair diese aus heutiger Sicht für eine „notwendige Zäsur“. „Wenn darüber reden, aufrufen, Überzeugungsarbeit leisten, indirekten Druck aufbauen nicht fruchten, dann ist irgendwann der Zeitpunkt gekommen, an dem man aus gesamtgesellschaftlicher Verantwortung so einen Schritt setzen muss.“ Politisch sei so eine Maßnahme eine „extrem schwierige Entscheidung“.

Scharfe Kritik von Freiheitlichen
Als „Fiasko in der Pandemiepolitik“ beurteilt hingegen Tirols FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger den neuerlichen verhängten Lockdown: „Was derzeit passiert, ist eine Bankrotterklärung der Bundes- und Landesregierungen, denn Faktum ist, dass nicht die Ungeimpften die Sündenböcke sind, sondern die Regierungen die Schuldigen sind, wurde doch in den vergangenen Jahrzehnten das gesamte Gesundheitssystem ausgehungert“, poltert Abwerzger.

Hinsichtlich einer Impfpflicht betonte der Freiheitliche: „Hiermit würde eine ethische Schwelle übertreten, die nicht tolerierbar ist.“

Dornauer trägt Entscheidung mit
Tirols SPÖ-Chef Georg Dornauer erklärte in einer Aussendung: „Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie und zur Entlastung des Gesundheitssystems sind bedauerlicherweise notwendig und in der jetzigen Situation alternativlos, daher trage ich die heutige Entscheidung der Landeshauptleute und der Bundesregierung grundsätzlich mit.“

Der erneute Lockdown sei auch die einzige Chance, um die Wintersaison in diesem Jahr noch zu ermöglichen. „Ein weiterer Totalausfall der Saison wäre eine volkswirtschaftliche Katastrophe für Tirol. Auch diese Dimension dürfen wir politisch nicht aus den Augen verlieren.“

NEOS-Klubchef „fassungslos“
„Fassungslos, dass es so weit kommen musste“, ist NEOS-Klubchef Dominik Oberhofer. „Bundes- und Landesregierung haben nicht nur jedes Versprechen an Geimpfte gebrochen, sie sind auch an der Impfstrategie gescheitert. Zu lange haben Platter und Co. versucht, Politik für Geimpfte und Ungeimpfte zu machen. Das musste scheitern.“ Der Schaden sei angerichtet!

„Politisches Versagen“
Die Liste Fritz sieht „politisches Versagen“ und erwartet sich von Landeshauptmann Günther Platter eine Entschuldigung gegenüber der Tiroler Bevölkerung. „Weil die Bundesländer zu lange ihr eigenes Süppchen gekocht haben und Kanzler und Gesundheitsminister mit ihrem Kleinkrieg beschäftigt waren, kommt jetzt ein weiterer Lockdown. Erst dieses wochenlange Zögern und Zaudern hat die Situation derart eskalieren lassen. An vielen möglichen Stellschrauben haben die Verantwortlichen nicht gedreht, das rächt sich jetzt leider für alle“, so Liste Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider und LA Markus Sint abschließend.

Hubert Rauth
Hubert Rauth
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