05.11.2021 14:41 |

Branche alarmiert

2G-Regel in Gastro „kommt einem Lockdown gleich“

Noch bevor die Bundesregierung am Freitagabend mit den Landeshauptleuten über Verschärfungen bei den Corona-Maßnahmen beraten hat, liefen in der Gastronomie bereits die Drähte heiß. Denn, so war sich WKÖ-Gastroobmann Mario Pulker schon vor den Verschärfungen am Abend sicher: eine allgemeine 2G-Regel für die heimische Gastronomie „kommt einem Lockdown gleich“.

Laut Pulker seien viele in der Branche verunsichert. Dass härtere Maßnahmen kommen, ist mittlerweile fix. Und die Gastronomie haderte bereits im Vorfeld damit. 

Nicht ausreichend Personal für 2G
Bei den Beschäftigten ginge 2G (geimpft oder genesen) laut Pulker gar nicht. Schon jetzt habe die Branche Probleme, ausreichend Personal zu bekommen. „Ich kann zu einem Küchenchef nicht sagen, du bist nicht geimpft, jetzt hau ich dich raus. Vor der Tür stehen dann nicht drei andere, die es machen“, so Pulker. Auch unter den Gastwirten selbst gebe es welche, die nicht geimpft seien, teils aus gesundheitlichen Gründen. Die müssten ihren Betrieb dann ganz schließen.

2G in Wiener Gastro schon beschlossen
Bezüglich 2G in der Gastronomie war Wien bereits am Donnerstag einmal mehr vorgeprescht. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) kündigte 2G in der Gastro und bei körpernahen Dienstleistern ab Ende kommender Woche an. Sollte sich die Corona-Lage weiter verschärfen, sei auch „2G Plus“ möglich, also eine Testpflicht für alle, auch für Geimpfte und Genesene.

Betriebe könnten 40 Prozent der Gäste verlieren
Laut Pulker würde die 2G-Regel jedoch bedeuten, dass die Betriebe rund 40 Prozent der potenziellen Gäste verlieren. Sorge bereitet der Gastronomie auch das Verbot von Zusammenkünften ab 25 Personen in Wien. Mit Martinigansl, Vorweihnachtszeit und Weihnachtsfeiern stehen der Branche normalerweise die umsatzstärksten Wochen des Jahres bevor.

Regel wäre „fatal“ für viele Unternehmen
„Mit den Einnahmen aus diesen Wochen decken viele Wirte normalerweise die umsatzschwächeren Monate ab - fällt das weg, wie es nun zu befürchten ist, dann ist das fatal für viele Unternehmen“, sagte Peter Dobcak, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer Wien.

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