Klubchef Krautgartner

„Wir von der MFG laden alle ein, mitzureden“

Mehr als 50.000 Stimmen konnte die Liste der Coronamaßnahmen-Skeptiker MFG bei der Landtagswahl einsammeln, schaffte mit 6,23 Prozent Wähleranteil klar den Einzug mit drei Abgeordneten. Der designierte Klubobmann Manuel Krautgartner gibt einen ersten Einblick, was die Oberösterreicher zu erwarten haben.

Krone: Warum werden Sie als Listendritter Klubchef, nicht Spitzenkandidat Joachim Aigner?
Manuel Krautgartner: Das hat keine politischen Gründe, sondern liegt einzig und allein daran, dass Joachim Aigner ja eine Steuerberaterkanzlei zu führen hat mit 16 Mitarbeitern. Ich als Unternehmensberater mit kleinerer Struktur kann mir die Landtagsarbeit einfach zeitlich besser einteilen.

Und warum macht’s die Listenzweite Dagmar Häusler nicht? Dann gäbe es wenigstens eine Klubobfrau neben den fünf Klubobmännern und drei Landtagspräsidenten.
Auch das liegt nur an der verfügbaren Zeitressource. Wir können noch nicht abschätzen, wie zeitaufwendig die Arbeit im Landtag sein wird. Außerdem hat Dagmar zwei kleinere Kinder.

Im Landtag ist sie jetzt drin, „die Partei ohne Politiker“. Sie sagen auf Ihrer Homepage, sie „werden Politik anders leben, neu interpretieren und die Bevölkerung überall dort miteinbinden, wo es nur geht“. Wie wird das in der Praxis der Landtagsarbeit aussehen? Wie wollen Sie verhindern, dass Sie sozusagen vom System gleich wieder verschluckt werden?
Wir werden das beibehalten, womit wir die Zustimmung so vieler Wählerinnen und Wähler gewonnen haben: Das heißt, wir machen regelmäßige Treffen im ganzen Land, die von unseren Bezirkssprechern organisiert werden. Dort gibt’s immer Fachgruppen, die zu bestimmten Themen arbeiten, und genau diese Themen und Ideen bringen wir dann in den Landtag ein. Damit dort umgesetzt wird, was gesetzlich möglich ist.

Das heißt, Sie wollen in einer Art direkter Demokratie möglichst viele Leute zum Mitbestimmen motivieren.
Ich persönlich glaube, dass - erst recht durch die aktuellen Vorkommnisse - eine derartig hohe Verdrossenheit unter den Menschen da ist, dass es enorm wichtig ist, sie verstärkt einzubinden. Sie wollen, dass das, was versprochen wird vor Wahlen, auch eingehalten wird. Daher laden wir alle zum Mitreden ein. Wir wollen die Stimmungen wahrhaftig abholen bei den Menschen.

Wie weit ist denn Ihre Fraktion mit Räumen im Landhaus und Personal für den Klub?
Eine spannende Frage! Wir entwickeln gerade ein Unternehmen und haben wenige bis gar keine Ressourcen. Immerhin haben wir am Freitag, eine Woche vor der konstituierenden Landtagssitzung, ein Gespräch darüber im LH-Büro.

Werner Pöchinger
Werner Pöchinger
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Sonntag, 17. Oktober 2021
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