8 Spiele, 8 Siege

Jetzt träumen die Dänen sogar schon vom WM-Titel

Das Selbstvertrauen scheint grenzenlos. Obwohl das Qualifikationsspiel am Dienstag gegen Österreich keine Galavorstellung war, träumt man in Dänemark nach dem 1:0, mit dem man vorzeitig das Ticket für die Endrunde in Katar gelöst hat, bereits vom WM-Titel. „Wir sind schon weit gekommen, aber wir sind nur noch hungriger geworden“, sagte Dänemarks Kapitän Simon Kjaer nach einer bisher perfekten Quali mit acht Siegen in acht Spielen und einem Torverhältnis von 27:0.

Der Parken in Kopenhagen wurde zur Partyzone, das ÖFB-Team zum Nebendarsteller. Dänemarks Teamchef Kasper Hjulmand bekam von seinen Spielern eine ordentliche Bierdusche verpasst. „Wir haben eine Gruppe und eine Mentalität aufgebaut, die unglaublich gut ist, und wir sind gierig, uns immer weiter zu verbessern“, betonte Kjaer. „Wir teilen das Beste miteinander, und wenn man das zur Qualität dazugibt, die wir haben, können wir es weit schaffen.“

Bei der WM 2018 war für die Dänen im Achtelfinale Endstation. Bei der EM im Sommer drangen sie nach dem Kollaps ihres Starspielers Christian Eriksen noch sensationell bis ins Halbfinale vor. Mehr scheint möglich. Die Dänen hoffen auf ein Wintermärchen 2022 in Katar. „Jetzt fahren wir zur WM, um sie zu gewinnen“, sagte Hjulmand. „Wir haben gezeigt, dass es sehr schwer ist, gegen uns zu spielen. Wir haben ein starkes Kollektiv, in dem wir zusammenstehen.“

Er selbst spielt dabei keine unwesentliche Rolle. Der Teamchef ist erst seit 14 Monaten im Amt. „Als er übernommen hat, hat er gesagt, dass es im Nationalteam-Fußball um das Gemeinsame geht und darum, zu inspirieren“, verriet Thomas Delaney, gegen Österreich nach einem sehenswerten Assist der Spieler des Spiels. „Wir haben ein wahnsinnig talentiertes Team, die Breite ist unglaublich. Im vergangenen Jahr ist alles nach oben gegangen.“

„Das Nationalteam ist kein Job - es ist die größte Freude“
Derzeit habe man den Glauben, unbezwingbar zu sein. „Wir spielen jedes Match, um zu gewinnen, und fahren auch zur Endrunde, um zu gewinnen“, betonte Delaney. „Es ist sehr undänisch, das zu sagen, aber es ist wirklich einzigartig.“ Ähnlich sah es Torhüter Kasper Schmeichel, als er sich das Mikrofon schnappte: „Das Nationalteam ist kein Job - es ist die größte Freude im Fußball.“

Der Leicester-Keeper musste gegen das ÖFB-Team nicht eine Großchance zunichtemachen. Zu sicher hatten seine Vorderleute die Partie im Griff. Im Angriff nutzte Joakim Maehle eine der wenigen sich bietenden Gelegenheiten zum Schuss ins Glück. Es sei „zu keinem Zeitpunkt eine glänzende Vorstellung“ gewesen, urteilte die dänische Zeitung „B.T.“ nach dem mühevollen Heimsieg. „Dafür war das Spiel zu langsam und hatte zu wenig kreative Züge. Die Österreicher standen gut in der Defensive und wirkten nicht sonderlich interessiert, das Spiel zu gewinnen.“

Ein Jahr zur Vorbereitung als „großer Vorteil“
Dänemark fixierte als zweites europäisches Team nach Deutschland das WM-Ticket. „Es ist ein großer Vorteil, dass wir ein Jahr zur Vorbereitung haben“, meinte Hjulmand. Schon die nächsten Partien im November kann sein Team ohne Druck bestreiten. Im März ist ein Trainingslager mit zwei Testspielen in Südspanien angedacht. Andere Teams kämpfen zu diesem Zeitpunkt im Play-off, auf das auch Österreich hofft, noch um die Turnierteilnahme.

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Mittwoch, 27. Oktober 2021
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