„Vier Pfoten“-Rettung

Sieben Löwen erreichen sicheres Schutzzentrum

„Vier Pfoten“ hat vor wenigen Tagen drei weibliche und vier männliche Löwen aus schlechten und auch gefährlichen Haltungsbedingungen in Picior de Munte im Süden Rumäniens gerettet. Die Reise in ihr neues Zuhause führte die Tiere durch Ungarn, die Slowakei, Tschechien und Deutschland. Am Wochenende trafen sie schließlich in dem von „Vier Pfoten“ geführten Großkatzenschutzzentrum „Felida“ in den Niederlanden ein.

Zwei der Löwen, „Elza“ und „Simba“, die separat von den anderen Löwen gehalten wurden, brauchen besondere Pflege und werden daher voraussichtlich in „Felida“ bleiben. Die fünf jüngeren Löwen wird werden so bald wie möglich in sein Großkatzenschutzzentrum „Lionsrock“ in Südafrika bringen. Auch „Vier Pfoten“-Vorstandsvorsitzender Josef Pfabigan war vor Ort, um die Neuankömmlinge willkommen zu heißen: „Diese sieben Löwen stehen stellvertretend für tausende Wildtiere, die weltweit in Gefangenschaft gehalten werden.“

„Indem wir ihre Geschichte erzählen, machen wir auch das Schicksal all jener Tiere sichtbar, die noch immer leiden müssen“, so Pfabigan weiter. „Unsere Rettungsmissionen sollen nicht nur einzelnen Tieren ein besseres Leben ermöglichen, sondern auch Bewusstsein dafür schaffen, dass wir alle Lebewesen auf dieser Welt mit Respekt, Empathie und Verständnis behandeln müssen.“

Das „Vier pfoten“-Team legte in rund 40 Stunden 2000 Kilometer zurück und überquerte fünf Ländergrenzen, um die Löwen in ihr neues Zuhause zu bringen. „Alle sieben Löwen haben die Fahrt gut und weitgehend ruhig überstanden. Dass manche von ihnen bei der Ankunft nervös wurden, war nicht überraschend. Jetzt können sie sich erst einmal erholen und an die neue Umgebung gewöhnen. Unser Team in ‘Felida‘ wird sich umfassend um sie kümmern“, sagt Ioana Gabriela Dungler, Leiterin der Abteilung für Wildtiere bei “Vier Pfoten“ und verantwortlich für die Rettungsmission.

Besitzer beendet Zucht nicht - entgegen Vereinbarung
Der frühere Besitzer weigerte sich, die Eltern der sieben geretteten Löwen sowie ein kürzlich geborenes Löwenjunges abzugeben. Er hatte zuvor zugestimmt, dass die Tierschützer den männlichen Löwen sterilisiert, um die Zucht vor Ort zu beenden. Während der Rettung änderte er jedoch seine Meinung. Das „Vier Pfoten“-Team durfte den Löwen nicht behandeln, verabreichte der Löwin aber zumindest ein Verhütungsmittel, das die Zucht vorübergehend stoppt.

„Wir sind enttäuscht über diesen Rückschlag, aber wir geben diese Löwen nicht auf. Wildtiere gehören eigentlich in die freie Wildbahn. Dorthin können sie jedoch nicht entlassen werden, nachdem sie in Gefangenschaft gehalten wurden. Daher bringen wir die Tiere so artgemäß wie möglich unter und kümmern uns um ihre individuellen Bedürfnisse. Wann immer wir verhindern können, dass weitere Tiere in Gefangenschaft gezüchtet, unter grausamen Bedingungen gehalten und für kommerzielle Zwecke ausgebeutet werden, werden wir alles dafür tun. Wir fordern den früheren Besitzer auf, die Vereinbarung mit ‘Vier Pfoten‘ einzuhalten und keine weiteren Tiere zu züchten oder kommerziell mit ihnen zu handeln“, so Dungler.

Ein Zuhause für traumatisierte Großkatzen
Das „Felida“-Großkatzenschutzzentrum in den Niederlanden ist eines der Tierschutzzentren für gerettete Wildtiere, die “Vier Pfoten“ weltweit führt. Es fungiert als spezielles Pflegezentrum für körperlich und geistig traumatisierte Großkatzen. Die Großkatzen, die sich von ihrer Vergangenheit erholen, können in das „Lionsrock“-Großkatzenschutzzentrum in Südafrika gebracht werden. Andere brauchen eine lebenslange Spezialpflege und bleiben dauerhaft in “Felida“.

 Tierecke
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Dienstag, 26. Oktober 2021
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