20.12.2002 16:51 |

Digital-TV 2003

Die Zukunft des Fernsehens

Digitales Fernsehen ist nicht länger Zukunftsmusik: Über Satellit werden schon länger Digitale Programme ausgestrahlt, nun starten auch die ersten digitalen Kabel-TV-Angebote und schon 2003 ist in Österreich terrestrisches Digi-TV geplant. Ein Feldversuch mit terrestrischem Digital-TV soll Anfang September in Graz starten. "Frühestens 2005 wird das Angebot flächendeckend sein", glaubt Karl Pachner.
Die Vorteile von Digital-TV
Die Kapazität eines einzigen analogen Fernsehkanalsreicht aus, um digital eine Vielzahl an Fernsehsignalen auszustrahlen.Außerdem bietet es ein verbessertes Fernsehbild und sogarinteraktive Funktionen. So könnte der Zuseher der "Millionenshow"etwa schon ihre Antwort abgeben, während der TV-Kandidatnoch überlegt. "Die aktive Teilnahme an Quizsendungen oderAbstimmungen wird mit Digital-TV möglich sein. Geplant sindauch Dokus, bei denen der Seher Zusatzinfos am Bildschirm abrufenkann und Angebote im Bereich Livesport", so Karl Pachner vom ORF.Auf Premiere kann man bereits Formel1-Rennen aus verschiedenenKameraperspektiven erleben, indem man selbst die gewünschtePosition wählt. Zukünftig kann man beliebige Szenenvon Sportveranstaltungen noch einmal (z.B. in Zeitlupe oder eineranderen Perspektive beobachten). Einige TV-Stationen wie beispielsweiseProSieben, PREMIERE oder der Schweizer TeleClub senden ausgewählteFilmhighlights auch im Kinostandard Dolby Digital.
 
Digi-TV aus dem Weltall und über Kabel
Telekabel bietet in Wien seit kurzem "UPC Digital"an: Über 50 digitale Fernsehprogramme und 40 Audio-Kanäle.Dazu gibt's aktuelle Wunschfilme auf Abruf (Pay per View). Einfachbequem von zu Hause aus holt man sich bei "arrivo" mit der FernbedienungTop-Filme auf den Fernseher. Mit UPC Digital kann man außerdemNachrichten lesen, e-mailen oder den Eventkalenders studieren.Der Satellit ASTRA überträgt heute bereits mehr als90 frei zu empfangende digitale Programme, die man mit einer entsprechendausgerüsteten Sat-Anlage empfangen kann. Darüber hinausgibt es Video-on-demand sowie Pay-per-view-Angebote.
 
Und so funktioniert's
Fernsehbilder bestehen aus einer Folge von 25 Einzelbildernpro Sekunde. Anstatt nun jedes dieser Bilder vollständigzu übertragen, macht sich die MPEG-2-Datenreduktion die Tatsachezunutze, dass sich von einem Bild zum anderen oft nur wenig ändert.Beispiel Nachrichten: Während der Hintergrund gleich bleibtund sein Aussehen nicht verändert, bewegt sich die Sprecherinständig. Nur diese Veränderungen des Bildes werden digitalisiertund übertragen. Die Einsparungen sind gigantisch und liegendurchschnittlich bei über 96 Prozent. Erst die Settop-Boxerrechnet aus den spärlichen Informationen wieder vollständige25 Fernsehbilder pro Sekunde. Um die Signale empfangen zu könnenbenötigt man DVB-kompatible Settop-Boxen. Will man auch Pay-Tvempfangen benötigt man eine Box mit Common Interface (CI).In diese Schächte schiebt man die entsprechenden Karten,die das Bild entschlüsseln (bei Premiere ist es BetaCrypt).
 
Digital-TV am PC
Für den Empfang digitaler Programme überden PC wird eine digitale TV-Karte benötigt. Eine derartigeDVB-Karte (Digital Video Broadcasting) ist nicht einmal mehr teurerals ein hochwertiges analoges Modell. Die Bildqualität dagegenist sehr viel besser, und weil die digitalen Programme im MPEG-2-Formatgesendet werden, kann das Fernsehprogramm auch direkt auf derPC-Festplatte gespeichert werden. Ebenfalls möglich ist derEmpfang verschlüsselter PayTV-Programme mit speziellen Interfacesund neben Fernsehen können auch digitale Zusatzdienste vomSatelliten empfangen werden. Sogar Web-Zugang aus dem All istso möglich.
 
(dw)
Mittwoch, 12. Mai 2021
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