24.09.2021 07:00 |

Interview vor der Wahl

Siegfried Nagl: „Linke Mehrheit in Graz möglich“

Die ÖVP liegt in den Umfragen auf Platz eins - die Amtszeit von Bürgermeister Siegfried Nagl könnte nach der Graz-Wahl am kommenden Sonntag trotzdem enden. Der Stadtchef über Rot-Rot-Grün, seine U-Bahn-Pläne und den Bauboom in der Murmetropole.

„Krone“: Die ÖVP warnt im Wahlkampffinale vor einer linken Mehrheit.
Siegfried Nagl: Das ist ein mögliches Szenario. Laut einer Umfrage, die wir im September gemacht haben, könnte sich Rot-Rot-Grün ausgehen. In einer Zeit, in der die ganze Welt Kopf steht, braucht es Führungserfahrung und stabile Verhältnisse - und keine Experimente.

Mit wem wollen Sie regieren?
Ich habe alle durch. (schmunzelt) Die stabilste Regierung war die mit der SPÖ, die fleißigste die mit der FPÖ, und die kreativste die mit den Grünen. Das Votum der Grazer wird es weisen. Ich hoffe, dass eine Zweierkoalition möglich ist.

Eine Fortsetzung von Schwarz-Blau wird sich rechnerisch wohl nicht ausgehen, die Kommunisten schließen Sie als Partner aus - bleiben nur die Grünen übrig. Das hat schon einmal nicht funktioniert, Sie haben die Koalition vorzeitig aufgekündigt.
Weil die Grünen damals wichtige Projekte für Graz nicht mehr mittragen wollten. Übrigens lauter Projekte, die gut für den Klimaschutz sind: das Murkraftwerk, den Speicherkanal.

Sie wollen in Graz eine U-Bahn bauen. Die anderen Parteien sind dagegen, sogar die FPÖ sagt mittlerweile, dass das nicht finanzierbar ist.
Der Vorschlag kam nicht von mir, sondern von Verkehrsexperten. Ich will nicht, dass es in zehn Jahren heißt, ach, hätten wir doch. Ich werde dafür kämpfen, dass der Bund die Hälfte zahlt - so wie in Wien.

Und wie geht es mit dem Straßenbahn-Ausbau weiter?
Die Südwestlinie ist sicher in den nächsten fünf Jahren zu realisieren. Bei der Nordwestlinie haben wir ein Problem. Der Nahverkehrsknoten Gösting steht nicht im ÖBB-Rahmenplan. Das wird also noch dauern, befürchte ich. Und die Uni-Linie: Wenn die U-Bahn kommt, wird es eine Ost-West-Linie geben.

Großes Thema im Wahlkampf war die Verbauung. Sie haben den Beinamen „Beton-Siegi“ verpasst bekommen.
Wahlzeiten sind Zeiten der Vergesslichkeit. Die anderen Parteien haben am Flächenwidmungsplan und am Stadtentwicklungskonzept mitgearbeitet. Auch mir gefällt vieles nicht, das gebaut wird. Aber ich will die Menschen nicht anlügen. Es gibt einen starken Zuzug und wir müssen verdichten, sonst wird im Umland gebaut und es sitzen noch mehr Leute im Auto.

Die anderen Parteien fordern einen Baustopp.
Sie sagen auch, wir müssen mehr Gemeindewohnungen bauen...

Ernst Grabenwarter
Ernst Grabenwarter
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