23.09.2021 13:55 |

Anteil mangelhaft

Nur 15% der Hygieneprodukte aus Recyclingpapier

Der aktuelle Greenpeace-Marktcheck hat das Angebot an Hygienepapier in den österreichischen Drogerien und Supermärkten unter die Lupe genommen. Dabei wurde bewertet, wie groß der Anteil an umweltfreundlichem Altpapier bei Klopapier, Taschentüchern und Küchenrollen ist. Das Ergebnis ist mangelhaft: Nur 15 Prozent der Produkte sind ausschließlich aus Recyclingpapier. Die meisten Hygieneartikel werden hingegen aus Frischfasern hergestellt und damit Unmengen an Holz und Energie verschwendet. 

„Recyclingpapier ist bei Taschentüchern, Klopapier und Co. eindeutig die bessere Wahl. Fasern frisch aus dem Wald sind für Klima und Umwelt viel zu wertvoll, um sie in der Toilette runter zu spülen oder im Restmüll zu enden“, sagt Konsumexpertin Lisa Panhuber. Bei der aktuellen Erhebung liegt der Recyclinganteil bei Klopapier bei 40 Prozent, bei den Küchenrollen bei sechs und bei den Taschentüchern gar nur bei zwei Prozent. Nur recyceltes Klopapier war in allen untersuchten Märkten erhältlich. Im Branchenvergleich haben bei den Drogerieketten Müller, bei den Supermärkten MPreis die höchste Punktezahl erreicht.

80 Prozent der Produkte aus Frischfasern
Mehr als 80 Prozent der Produkte im Marktcheck werden ausschließlich aus Frischfasern hergestellt. Für die Umwelt ist das katastrophal: Allein um ein Kilogramm Papier herzustellen, braucht es 2,2 Kilogramm Holz. Die Papierherstellung benötigt außerdem noch viel Energie, Chemikalien und vor allem Wasser.

Kriterien und Kontrolle zu schwach, um Wälder zu schützen
Empfehlenswerte Gütesiegel wie „Blauer Engel“ und das „Österreichische Umweltzeichen“, bei denen 100 Prozent Recyclingpapier vorgeschrieben ist, finden sich nur auf rund fünf Prozent aller Hygienepapierprodukte. Die häufigsten Siegel, mit denen global Holz zertifiziert wird, „FSC Mix“ oder „PEFC“ sind im Ratgeber „Zeichentricks“ als „absolut nicht glaubwürdig“ eingestuft. Hier sind die Kriterien und die Kontrolle zu schwach, um die Wälder weltweit wirksam zu schützen.

Ein Viertel der Hölzer wird importiert
Um den hohen Bedarf für die österreichische Papierherstellung zu decken, wird ein Viertel der verarbeiteten Hölzer importiert. Die größte Entlastung für die Umwelt bringt grundsätzlich eine Reduktion im Papierverbrauch. Bei Küchenrollen oder Putztücher können Konsumenten auf umweltfreundliche waschbare Tücher umsteigen. Wo Mehrweg nicht möglich ist, wird der Griff zu 100 Prozent recyceltem Papier empfohlen. 

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