08.09.2021 21:47 |

Da war doch was ...

Crashtest China-Autos: Kokons oder Knallfrösche?

Die Zeiten, da Autos aus chinesischer Produktion im Crashtest zusammengefallen sind wie Kartenhäuser, sind offensichtlich vorbei. In der aktuellen Euro-NCAP-Testrunde errangen beide Vertreter aus dem Reich der Mitte die Höchstwertung von fünf Sternen: der Nio ES8 wie auch der Lynk & Co. 01.

Beide SUVs überzeugten bei Insassen-, Kinder- und Fußgängerschutz sowie bei der Ausstattung mit Assistenzsystemen. Nio ist ein unabhängiger chinesischer Hersteller aus Shanghai, Lynk & Co. gehört wie Volvo zum chinesischen Geely-Konzern.

Ebenfalls getestet wurden diesmal Audi Q4 e-tron, Subaru Outback und das Brennstoffzellenauto Toyota Mirai. Auch diese drei erzielten die volle Anzahl an Sternen.

Ergebnisse im Detail
Der 01 von Lynk & Co ist unter den aktuellen Testkandidaten der Beste in punkto Erwachsenensicherheit und auch in der Kindersicherheit weit vorne mit dabei. Der ES8 von Nio ist in beiden Kriterien nur unwesentlich schwächer - speziell in der Erwachsenensicherheit muss er jedoch Abzüge hinnehmen. „Unter anderem zeigen die Tests, dass die Frontpartie des ES8 bei einem Frontalzusammenstoß sehr gefährlich für den Unfallgegner sein kann“, sagt Max Lang, ÖAMTC-Experte für Fahrzeugsicherheit.

Beiden Pkw gemein sind Verbesserungsmöglichkeiten beim Schutz vulnerabler Verkehrsteilnehmer, wie z. B. Fußgängern, Rad- und E-Scooter-Fahrern. Vor allem die A-Säulen können - wie bei den anderen Kandidaten auch - bei einem Aufprall zu schwersten Verletzungen führen. Die automatischen Notbremsassistenten funktionierten in den meisten getesteten Situationen gut - auch dieses Ergebnis teilen sie mit den übrigen Testkandidaten.

Lynk & Co. 01:

Toyota Mirai:

Subaru Outback:

Audi Q4 e-tron:

Nio ES8:

Crash-Schwächen überwunden
Nach den guten Ergebnissen der China-Modelle MG ZS EV und MG HS scheinen die langjährigen Crashtest-Probleme der Modelle aus Fernost zumindest teilweise behoben. Anfang des Jahrtausends war die erste Europa-Offensive der chinesischen Hersteller noch an den europäischen Sicherheitsanforderungen zerschellt. Modelle von Brilliance und Landwind verschwanden daraufhin schnell wieder vom Markt.

Ähnliche Probleme haben heute allenfalls noch chinesische Budget-Hersteller, die vornehmlich für den außereuropäischen Markt produzieren und deren Modelle in Europa von unabhängigen Importeuren angeboten werden. Zuletzt hatte etwa der Suda SA01 hat im Crashtest versagt.

Um die Frage im Titel zu beantworten: Die aktuell getesteten Modelle sind also keine gefährlichen Knallfrösche, sondern viel mehr schützende Kokons.

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl
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