"Edeljoker" sticht

Sturm-Legende Haas ist auch mit 36 nicht zu stoppen

Fußball
28.02.2011 11:04
Mario Haas zählt noch lange nicht zum alten Eisen. Der 36-jährige Stürmer-Routinier hat sich am Sonntag mit seinem entscheidenden Treffer beim 1:0-Heimsieg von Sturm Graz gegen die SV Ried im Top-Spiel der 22. Bundesliga-Runde wieder einmal in den Vordergrund gespielt. "Er ist ein Top-Mann, der Spiele allein drehen kann", lobte Coach Franco Foda seinen "Edeljoker".

Haas war bereits rund vier Minuten nach seiner Einwechslung (67. Minute) zur Stelle und sorgte mit einem Volley-Nachschuss für den spielentscheidenden Treffer (einen ausführlichen Spielbericht findest du in der Infobox). "Du musst dich gut aufwärmen und von Beginn an 100 Prozent konzentriert sein", sagte Haas. Er habe nach wie vor den Ehrgeiz, um einen Stammplatz zu kämpfen, sei aber auch mit seiner Jokerrolle nicht unzufrieden. "Ich glaube, dass ich die Jokerrolle gut erfülle und gut spiele", betonte der Angreifer.

Vorzeigeprofi als "perfekter Joker"
Auch Foda sieht den Stürmer am liebsten als Wechselspieler. "Natürlich könnte er auch von Beginn an spielen, aber ich habe ihn gerne als Joker, weil er da viel bewegen kann", sagte der Sturm-Trainer. "Er ist auch außerhalb des Spielfeldes ein absoluter Vorzeigeprofi, von dem sich viele etwas abschneiden können", fügte der Deutsche hinzu. Lob kam auch von seinem Mitspieler Imre Szabics, der farblos geblieben war und in der 64. Minute für Haas Platz gemacht hatte. "Er ist momentan der perfekte Joker. Er ist eine Legende bei Sturm - so einen Status hat er auch in der Kabine, das hat er sich hart erarbeitet", meinte der Ungar.

Haas hat trotz seiner 141. Bundesligatore in 414 Liga-Partien (16 Saisonen), mit denen er in der ewigen Bundesliga-Torschützenliste auf Rang sechs liegt, noch nicht genug. "Wenn ich die Vorbereitung normal durchspiele und keine Probleme habe, dann geht es noch ein Jahr", denkt Haas noch an eine weitere Bundesliga-Saison. Sein Vertrag läuft jedenfalls vorerst im Sommer aus. In der laufenden Saison hat er von 22 Spielen 19 für die Grazer absolviert, alle davon aber nur als Joker. "Ich genieße jede Minute, im Training und in den Spielen. Man muss für Sturm leben, dann können solche Sachen passieren", meinte Haas nach seinem dritten Saisontreffer.

Haas: "Man muss sich im Alter was einfallen lassen"
Um mit den jüngeren Kickern mithalten zu können, greift der Oldie auch auf einen Zahnschutz zurück, der etwa auch von einigen Athleten im Ski-Weltcup eingesetzt wird. "Da hat man mehr Sauerstoff und kann sich besser regenerieren. In meinem Alter muss man sich etwas einfallen lassen, damit man mehr Luft bekommt", sagte der Sturm-Graz-Stürmer.

Die Grazer haben im Frühjahr in drei Partien sieben Punkte geholt und sind damit noch ungeschlagen. "Wir wollen unter die ersten drei kommen, da schaut es sehr gut aus", meinte Szabics. Die Rieder befinden sich hingegen auf dem absteigenden Ast. Nach der dritten Zu-Null-Auswärtsniederlage in Folge sind die Schützlinge von Coach Paul Gludovatz von der Tabellenspitze auf den dritten Rang zurückgefallen. Enttäuscht war der Ried-Coach deshalb aber nicht. "Wir sind vor Meisterschaftsstart eigentlich als potenzieller Abstiegskandidat gehandelt worden. Davon sind wir jetzt 30 Punkte weg", sagte Gludovatz mit einem Schmunzeln.

Gludowatz mit Rieder Leistung unzufrieden
Die Darbietung seiner Mannschaft sei allerdings alles andere als zufriedenstellend gewesen. "Ich bin enttäuscht, weil die Mannschaft nicht an ihre Leistungsgrenze gegangen ist", ärgerte sich der Ried-Coach. Das Problem sei derzeit, dass man vorne nicht zu Chancen komme und vor allem bei Standardsituationen anfällig sei. "Das wird langsam zu einer Schwäche von uns", gab Gludovatz zu.

Die Rieder bekommen es nun am Mittwoch in der Keine-Sorgen-Arena mit dem 2011 noch unbesiegten FC Wacker Innsbruck zu tun. In Wien kommt es zum Schlagerspiel der beiden Topteams Austria und Sturm. "Das wird wieder ein ganz anderes Spiel, weil die Austria viel spielstärker als Ried ist. Die Austria liegt uns mehr als Ried", blickte Foda optimistisch in die Zukunft.

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(Bild: KMM)



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