21.06.2021 15:21 |

Tücken im Smart Home

Stromanbieter schalten bei 40 Grad Klimaanlagen ab

Im US-Bundesstaat Texas kämpft die Bevölkerung mit einer großen Hitzewelle mit Temperaturen jenseits der 40 Grad. Bei vielen Texanern laufen deshalb die Klimaanlagen auf Hochtouren, was wiederum das Elektrizitätsnetz an seine Grenzen bringt. Die Stromanbieter haben eine Lösung für dieses Problem gefunden und regeln über die vernetzten Smart-Home-Thermostate der Kunden bei hoher Netzauslastung die Klimaanlagen herunter. Das sorgt bei manchen Betroffenen aber für Kritik.

Die hohe Belastung des Elektrizitätsnetzes veranlasste die Stromanbieter in Texas dazu, ihre Kunden dazu aufzurufen, ihre Klimaanlagen rücksichtsvoll zu verwenden und die Last fürs Netz gering zu halten. Bei einigen stellten sich die Thermostate allerdings von selbst auf eine höhere Temperatur ein.

Familienvater wandte sich ans Fernsehen
Ein junger Familienvater wandte sich deswegen ans Lokalfernsehen und berichtete dem Sender WFAA, dass der Stromanbieter ohne sein Wissen die Klimaanlage in seinem Haus abgeschaltet habe, während seine Frau und sein drei Monate altes Kind schliefen.

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Stand meine Tochter kurz vor einer Überhitzung? Sie ist erst drei Monate alt, sie dehydrieren schnell.

Besorgter Familienvater im Lokalfernsehen

Als die Familie „schwitzend“ aufgewacht sei, hatte es 25 Grad im Haus. Der besorgte Vater: „Stand meine Tochter kurz vor einer Überhitzung? Sie ist erst drei Monate alt, sie dehydrieren schnell.“ Nachforschungen ergaben letztlich, dass die Familie dem Stromanbieter selbst die Möglichkeit eingeräumt hatte, bei hoher Netzauslastung die Klimaanlage zu drosseln.

Fernzugriff stand im Kleingedruckten
Man hatte beim Abschluss des Stromliefervertrags die entsprechende Passage im Kleingedruckten übersehen. Ganz ähnlich dürfte es anderen Kunden texanischer Stromanbieter gegangen sein, deren Klimaanlagen plötzlich auf mysteriöse Weise heruntergeregelt wurden. Sie alle hatten selbst die Genehmigung erteilt, ihre Thermostate bei Bedarf umzustellen.

Die fragliche Passage verbarg sich in den Nutzungsbedingungen: Wer sie unterschrieb, räumte dem Stromlieferanten explizit die Möglichkeit ein, bei hoher Netzauslastung die Temperatur per Fernwartung auf ein für das Stromnetz günstigeres Niveau einzustellen.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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