Nach über zwei Wochen Training, davon sechs Tage auf Rasen, ist Dominic Thiem wieder zuversichtlicher. Nach einer bisher verpatzten Saison präsentierte sich der Weltranglisten-Fünfte, der kommende Woche beim mit 783.655 Euro dotierten ATP-250-Rasenturnier auf die Tour zurückkehrt, am Sonntag auf Mallorca den Medien. Themen waren u.a. seine überraschende Olympia-Absage, ein möglicher Kitzbühel-Start, sein neues Management und seine Form vor dem Gras-Comeback.
Ist die Corona-Blase und die dort noch strengeren Maßnahmen ein Mitgrund für die Olympia-Absage gewesen?
Dominic Thiem: „Ich habe es selber erst vor ein paar Tagen entschieden mit Olympia. Ich habe am Anfang vom Jahr gesagt, dass ich es unbedingt spielen will, aber da habe ich noch nicht so gewusst, dass ich solche Schwierigkeiten haben werde im ersten halben Jahr. Ich muss wirklich einige Punkte machen, um mich im Ranking oben zu halten. Deshalb ist es besser, dass ich es dieses Jahr auslasse. Natürlich die ganzen strengen Regeln, die Bubble, sind auch ein Mitgrund dafür und auch, dass es null Planungssicherheit gibt dort. Es kann auch passieren, wenn einer von den Tausenden Athleten dort positiv ist, dass man vielleicht dortbleiben muss. All das hat mich zu der Entscheidung gebracht. Dann wird es halt Paris 2024.“
Sie wollten eigentlich mit Jürgen Melzer bei Olympia Doppel spielen. War das vor Ihrer Absage mit ihm abgesprochen?
„Es war nicht abgesprochen, aber Doppel war jetzt auch nicht meine erste Priorität. Das wäre für uns beide ein kleiner Bonus gewesen, wenn wir da angetreten wären. Es war eine richtig schwierige Entscheidung, nicht nach Tokio zu fliegen. Ich wollte bis vor einer Woche unbedingt hin. Aber ich habe extrem lange darüber nachgedacht, was alles passieren könnte. Ich weiß noch nicht einmal jetzt, ob die Spiele komplett bestätigt sind. Dann habe ich mich schweren Herzens dafür entschieden, nicht zu spielen.“
Kann man Sie nun vielleicht doch beim Turnier in Kitzbühel sehen?
„Den Turnierplan nachher weiß ich jetzt noch nicht ganz genau. Ich werde natürlich Turniere vor Toronto und Cincinnati spielen, aber wie das genau ausschauen wird, weiß ich noch nicht, weil es eben relativ kurzfristig war und ich mich komplett auf Mallorca und Wimbledon konzentriert habe.“
In Kitzbühel könnte nun wieder ein volles Stadion auf Sie warten. Wie groß wäre denn da die Vorfreude, wenn wieder fast 6.000 Leute für Sie jubeln?
„Egal wie weit weg Kitzbühel ist, diese Vorstellung gibt mir immer Gänsehaut. Aber ich habe mich sehr viel mit dem Thema Olympia beschäftigt. Ich habe noch nicht wirklich über die Turnierplanung nach Wimbledon nachgedacht.“
Gerard Pique ist einer der besten und erfolgreichsten Athleten auf der Welt zur Zeit.
Dominic Thiem
Was erwarten Sie von der Zusammenarbeit mit dem neuen Management und wie ist Ihr Verhältnis zu Galo Blanco?
„Ich denke, dass das eine sensationelle Sache ist für beide Seiten, aber für mich natürlich besonders, weil einfach nur Topleute am Werk sind. Gerard Pique ist einer der besten und erfolgreichsten Athleten auf der Welt zur Zeit. Und natürlich war der Galo ein Riesenpunkt in der ganzen Sache, warum ich mich dafür entschieden habe. Weil ich ihn sehr lange kenne und wir 2018 ein Top-Jahr miteinander auf Tour verbracht haben. Die Zusammenarbeit hat mir komplett getaugt. Die ist dann aus verschiedenen Gründen auseinandergegangen, deshalb bin ich sehr froh, dass wir wieder zusammenfinden. Er macht das Management und wir sind die ganze Zeit in Kontakt geblieben. In Barcelona hat er mir auch sportlich geholfen, als ich das Turnier gewonnen habe, weil Nico (Massu) nach Chile zurück musste. Es sind zwei Sachen in einem: er macht das Management und er kann mich in sportlichen Sachen super unterstützen - es ist eine ideale Lösung.“
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