Keine einzige sah sich den Crash auf Video an, einig war man sich auch über die besten Genesungswünsche. "Ich hab's zum Glück nicht gesehen und werd's mir auch nicht anschauen", meinte etwa die Deutsche Maria Riesch und erklärte, wie man als Rennläuferin mit so etwas umgeht. "So tragisch das ist, man muss so etwas ausblenden." Sie hoffe aber auf eine rasche und gute Erholung von Grugger.
Auch die Österreicherinnen verzichteten darauf, sich den Crash anzusehen. "Es reicht, wenn man hört, was passiert ist", meinte Anna Fenninger. "Du musst so etwas wegstecken, und natürlich hoffst du stets, dass dir selbst so was nicht passiert." Andrea Fischbacher sagte: "Es sieht so aus, als ob so was immer wieder einfach passieren muss. Ich wünsche ihm von Herzen, dass er wieder ganz gesund und fit wird."
Vonn ist schockiert
Wie bei allen Damen-Teams wurde der Unfall auch bei den US-Girls angesprochen. "Das war ein ganz schlimmer Sturz, wir sind alle schockiert", betonte Olympiasiegerin Lindsey Vonn. "Aber so etwas passiert in unserem Sport, in Kitzbühel sogar relativ oft. Wir dürfen uns als Rennläuferinnen nicht allzu viel damit auseinandersetzen. Ich kann ihm nur das Beste wünschen."
Kurz vor dem Unfall hatten Vonn und Riesch neuerlich erklärt, irgendwann einmal liebend gerne die rennmäßig präparierte Streif hinunter fahren zu wollen. Das war auch am Tag danach noch so. Es dürfe aber nicht zu eisig sein und es müsste mehr Kurven geben, waren sich die beiden einig.
Ghedina: "Hans ist schwer bestraft worden"
Der italienische Ex-Rennläufer Kristian Ghedina hatte seinerseits selbst einen Crash auf der Streif überstanden und ist in die Geschichte eingegangen, weil er bei seinem Streif-Abschiedsrennen eine Grätsche über den Zielsprung gewagt hatte. "Hans hatte einfach Pech. Er ist für einen Fehler schwer bestraft worden", meinte der Cortinese, dessen "Kitz-Grätsche" längst zum Markenzeichen geworden ist und in Cortina den Eingang zum Weltcup-Zeremonienplatz ziert. "So etwas passiert in unserem Sport. Das ist unser Leben und unser Schicksal", sagte Ghedina.
"So etwas kann man nicht verdrängen", schilderte ein Anhänger vom Romed-Baumann-Fanklub. Man habe großes Mitgefühl. Wichtig sei für Grugger, dass er wieder gesund werde und das Leben normal weitergehe, waren sich die Skifans einig.
Schweizer Fans erschüttert
Beim Skirennen seien folgenschwere Unfälle aber Berufsrisiko, meinte ein Einheimischer. Für die kommenden Tage bei den Hahnenkammrennen wünsche er sich, dass "so etwas nicht mehr passiert". Auch die Schweizer Fans nahm der Sturz des 29-jährigen Salzburgers mit. "Es ist schlimm, wenn so etwas passiert", meinte ein aus dem Kanton Bern angereister Skifan. Vor zwei Jahren war einer ihrer Landsleute, Daniel Albrecht, nach einem Sturz auf der Streif in künstlichen Tiefschlaf versetzt worden.
(Im Bild ist ÖSV-Sportdirektor Hans Pum kurz nach Gruggers Unfall zu sehen.)
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