Mitarbeiter angeklagt

Prozess nach Müll-Explosion mit einem Toten

Die Rauchsäule war bis ins Mühlviertel sichtbar: Bei einer Explosion in einer Sortieranlage der Energie AG im November 2019 wurde ein Arbeiter so schwer verletzt, dass er einen Monat später in einer Münchner Spezialklinik starb. Der Betriebsleiter steht am 20. April in Linz vor Gericht.

Fahrlässige Herbeiführung einer Feuersbrunst, umweltgefährdendes Behandeln und Verbringen von Abfällen - das wird dem 39-Jährigen im Strafantrag vorgeworfen. Als Betriebsleiter der Müllsortieranlage der Energie AG in Hörsching soll er im November 2019 die Anordnung gegeben haben, 6500 Deospray-Dosen, die deutlich mit einem Gefahrenpiktogramm gekennzeichnet gewesen seien, in einer Ballenpresse für Papier, Kartonagen, Kunststoff und Leichtmüll zusammenzupressen.

Splitter flogen hundert Meter
Die Folgen waren fatal - am 10. November kam es zu einer gewaltigen Explosion, die gigantische schwarze Rauchsäule war über Linz bis ins Mühlviertel zu sehen. 18 Feuerwehren mit 250 Mann waren im Einsatz. Die Wucht der Explosion war so enorm, dass Glassplitter hundert Meter weit geschleudert wurden.

Neun Verletzte
Neun Arbeiter wurden verletzt, drei davon schwer. Ein 44-jähriger Bosnier aus Linz, der die Presse bedient hatte, kämpfte in der Spezialklinik für Brandverletzte Bogenhausen in München ein Monat lang um sein Leben. Dann verstarb der Familienvater, der Frau und drei Töchter hinterließ.

Bis zu drei Jahre Haft
Dem Betriebsleiter, der selbst ebenfalls schwer verletzt wurde, drohen im Falle einer Verurteilung bis zu drei Jahre Haft.

Claudia Tröster
Claudia Tröster
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Dienstag, 18. Mai 2021
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