10.04.2021 12:35 |

Chinengland-Roadster

Cyberster: MG Motors zeigt offenen Supersportler

MG Motors macht sich langsam einen Namen. Wie bitte? MG hat längst einen Namen? Eher hatte. In der Neuzeit, da MG zum China-Konzern SAIC gehört, wird der Name neu geprägt. Und zwar vor allem durch billige SUVs mit beliebiger Optik und viel Ausstattung. Nun hat die Marke die Studie eines mächtigen Rodsters namens Cyberster präsentiert, der eine Frage aufwirft: Wissen die überhaupt, was sie da tun?

Klar könnte man sagen „Wahnsinn, Hammer-Sportwagen!“. Oder „super, dass sie was herzeigen, was nicht so langweilig ist“. Ernsthaft? Ich sehe da ein Concept Car, das in seiner ganzen Exaltiertheit genauso beliebig ist wie die beiden SUVs, die schon in Österreich verkauft werden (MG EHS und MG ZS).

Da wundert es nicht, dass der Pressetext wirkt wie vom Google-Translator übersetzt. „MG Cyberster erbt sportliche Cabrioform.“ - „Das stark abgeflachte Heck optimiert den Heckspoiler.“ - „Das dynamische Erscheinungsbild wird durch die zweistufige Schulterlinie verstärkt, welche die Vorder- und Hinterräder betonten (sic!).“

Aber ja, ein Fachausdruck ist richtig verwendet, es handelt sich tatsächlich um ein sogenanntes „Kammback“. Das hat nichts mit Comeback zu tun, sondern bezeichnet einen Karosserieverlauf, der zum Heck hin fließt und dort abrupt abreißt. Dort findet man auch die in Wahrheit einzige Stelle, wo es irgendetwas Britisches zu sehen gibt: Die Heckleuchten erinnern an den Union Jack, die britische Nationalflagge. Wo MG den klassischen MGB-Roadster zitiert haben will, ist mir nicht klar.

„Pfeilartige Türen“, „‘Lasergürtel‘-LED-Leisten“, die Designer von MGs „globalem Design Team“ konnten sich richtig austoben (sagt man auch intern), jeder Einzelne wahrscheinlich ein großer Spielekonsolist. Dabei sind die abgedeckten Scheinwerfer, die sich erst beim Einschalten zeigen, noch ein netter Gag.

Der Innenraum mit den zwei baulich getrennten Plätzen ist einfach nur spacig. Ein Riesendisplay vor dem Fahrer, ein zweiter Screen mittig unter der Frontscheibe und ein dritter längs auf der Mittelkonsole. Wie ein Fahrer mit realen Händen das Steuer halten soll, ist mir allerdings rätselhaft.

MG spricht von 5G-Vernetzung und autonomem Fahren au fLevel 3. Und einen Antrieb soll der Cyberster auch haben. Elektrisch natürlich. Daten und Spezifikationen kann sich jeder selber ausdenken. Alles, was MG angibt, ist eine Reichweite von 800 Kilometer und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in unter drei Sekunden. Wünschen kann man sich viel. Eine Serienversion gehört allerdings nicht zu meinen persönlichen Begehrlichkeiten.

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl
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