08.04.2021 06:00 |

Sprengstoff für Partei

FPÖ: Die Maske wird nun zur Gretchenfrage

In der FPÖ verläuft ein „Corona-Graben“, der die Partei in zwei Lager teilt. Auf der einen Seite stehen jene, die die Pandemie ernst nehmen, etwa Parteichef Norbert Hofer, der zur Einhaltung der Maskenpflicht im Parlament mahnt. Auf der anderen Seite stehen Klubobmann Herbert Kickl und seine Getreuen. Das birgt innerparteilichen Sprengstoff.

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Nachdem Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka am Dienstag erklärt hatte, über die Hausordnung eine Maskenpflicht im Parlament zu erlassen, kam sofort die polternde Widerrede von FPÖ-Klubobmann Kickl, der freimütig erklärte, sich nicht daran halten zu wollen.

Haltung nicht Parteilinie
Diese Haltung ist jedoch nicht Parteilinie, die Maske wird mittlerweile zur Gretchenfrage der Freiheitlichen. Parteichef Hofer macht auf Twitter klar, was er von den Verweigerern hält.

Wohl keine Ordnungsrufe gegen eigene Partei
Das birgt einiges an Sprengstoff für die kommende Sitzung des Nationalrats am Freitag. Ob Hofer als Vorsitzender seinen Parteikollegen einen Ordnungsruf erteilen wird? Die Antwort lautet Nein, auch wenn der FPÖ-Chef dies anders formuliert: „Ordnungsrufe verteile ich, wenn Mandatare ehrenrührige Äußerungen tätigen.“

Ob er den blauen Abgeordneten in einer internen Besprechung ins Gewissen redet? „In einer Partei gibt es laufend Besprechungen. Gesprächsbedarf sehe ich aber aus staatspolitischer Sicht dringend innerhalb der Koalition“, so Hofer.

Kickl reagiert mit Seitenhieb
Und was sagt Herbert Kickl dazu? Ändert der Appell des Parteichefs etwas an seiner Meinung? „Ich kommuniziere mit meinem Parteiobmann nicht via Twitter oder Medien. Deshalb gibt es von mir abseits der Stellungnahme nach der Präsidiale keinen Kommentar vor der Klubsitzung am Freitag“, lässt Kickl ausrichten. Wie es um die Stimmung bei den Blauen bestellt ist, zeigt folgender Seitenhieb Kickls: „Alles andere wäre selbstüberhöhend.“

Doris Vettermann
Doris Vettermann
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