25.03.2021 06:46 |

„Falsche Politik“

Aus für Verbrenner: Autolobby schreibt an Kurz

Der gemeinsame Vorstoß mehrerer EU-Staaten, ein baldiges Verbot für Verbrennungsmotoren auf EU-Ebene einzuführen, sorgt weiterhin für großen Unmut in der Auto-Branche. Klubs und Frächter wenden sich nun mit einem offenen Schreiben an Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Kernaussage: „Diese Politik eines Technologieverbots ist falsch.“

Für die CO2-Bilanz beim Betrieb eines Fahrzeuges sei nicht die Technologie des Antriebsstrangs entscheidend, sondern der Einsatz von sauberer Energie - grünem Strom oder CO2-neutralem Kraftstoff. In einer über die Betriebsdauer hinausgehenden Lebenszyklus-Betrachtung, die den CO2-Ausstoß von der Produktion bis zur Verwertung eines Fahrzeuges berücksichtigt, könne ein Verbrenner-Fahrzeug sogar besser abschneiden als Fahrzeuge mit anderen Antrieben. Verbote würden Innovationen und wirtschaftliche Entwicklungen hemmen.

„Direkter Eingriff ins Vermögen der Menschen“
Außerdem warnen die Branchenvertreter der Kfz- und Transport-Branche vor einem frühzeitigen Wertverlust der derzeit rund fünf Millionen Autos der Österreicher. „Ein Neuzulassungs-Verbot mit der Aussicht auf ein generelles Verbot von Verbrennungsmotoren gefährdet unmittelbar den Wiederverkaufswert dieser Fahrzeuge und greift damit direkt in das Vermögen der Menschen ein“, heißt es in dem offenen Brief. Die Interessensvertreter rechnen vor: „Die Hälfte der Autobesitzer hat noch nie ein Neufahrzeug erworben, rund 70 Prozent der Bestandsfahrzeuge haben einen Wiederverkaufswert von unter 10.000 Euro.“

Innerhalb der österreichischen Automobilwirtschaft, die einschließlich Zulieferbetrieben sowie der vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereiche rund 355.000 Personen beschäftige, seien rund 25.000 Arbeitnehmer direkt mit der Fertigung von Motoren oder Getriebeteilen beschäftigt.

Lange Unterschriftenliste
Unterzeichnet wurde der offene Brief unter anderem von Günther Apfalter (Magna), Helmut List (List), Peter Mitterbauer (Miba), Stefan Pierer (KTM), Günther Kerle (Auto-Importeure), Johann Marihart (Agrana), Alexander Klacska (Transporteure), Oliver Schmerold (ÖAMTC) und Gerald Kumnig (ARBÖ) sowie vom Investor Siegfried Wolf, der gerade um das MAN-Buswerk in Steyr (OÖ) rittert. Sie alle fordern Bundeskanzler Kurz auf, in der EU gegen ein Zulassungsverbot für Verbrennungsmotoren einzutreten.

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