16.03.2021 12:27 |

Hunderte Mädchen Opfer

Facebook-„Sexpresser“ muss 75 Jahre hinter Gitter

Weil er über Jahre hinweg Hunderte Mädchen via Facebook belästigt und erpresst hatte, ist ein 29-jähriger Kalifornier im US-Staat Indiana zu 75 Jahren Haft verurteilt worden. Buster Hernandez hatte laut Gericht mindestens 375 Minderjährige für Nacktaufnahmen erpresst und damit gedroht, sie zu vergewaltigen oder gar zu töten, sollten sie seinen Forderungen nicht nachkommen.

Hernandez, besser bekannt unter seinem Online-Pseudonym „BrianKil“, hatte über Jahre hinweg unter ständig wechselnden Decknamen per Facebook Hunderte Mädchen belästigt und terrorisiert, die jüngsten waren erst zwölf Jahre alt. Er erpresste sie für Nacktbilder und -videos und drohte, sie zu vergewaltigen und zu töten, wenn sie seinen Forderungen nicht nachkämen. Im Sommer 2017 wurde der damals 26-jährige Arbeitslose schließlich im kalifornischen Bakersfield, wo er zusammen mit seiner Freundin und deren 85-jähriger Großmutter lebte, gefasst.

Wie „engadget“ berichtet, hatte Hernandez eine Kombination aus dem anonymen Tor-Browser und Tails, einem auf Privatsphäre fokussierten Betriebssystem genutzt, um seine wahre Identität und den eigenen Standort zu verschleiern. Über ein manipuliertes Video, das eine Sicherheitslücke in dem Betriebssystem ausnutzte, gelang es dem FBI letztlich jedoch, an Hernandez‘ tatsächliche IP-Adresse zu gelangen. Hilfe bekam die US-Bundespolizei dabei von Facebook: Das soziale Netzwerk hatte eine Cybersecurity-Firma für die Entwicklung eines sogenannten Exploits bezahlt, der die Sicherheitslücke in Tails ausnutzte, und diesen über einen Mittelsmann an das FBI weitergegeben.

Mindestens 375 minderjährige Opfer
Hernandez saß bis zu seiner jetzigen Verurteilung hinter Gittern. Er musste sich wegen insgesamt 41 verschiedener Vorwürfe vor Gericht verantworten, darunter Herstellung von Kinderpornografie, Nötigung und Verführung Minderjähriger, Empfang und Verbreitung von Kinderpornografie, der drohende Einsatz von Sprengkörpern, Erpressung, Drohungen, andere Personen zu töten, zu entführen oder zu verletzen, Zeugenmanipulation, Behinderung der Justiz und Vergeltungsmaßnahmen gegen ein Opfer. Einer Mitteilung der zuständigen Staatsanwaltschaft von Indiana zufolge wurden mindestens 375 minderjährige Mädchen erpresst.

„Heute stellen wir mit stiller Befriedigung fest, dass dem Bösen Gerechtigkeit widerfahren ist“, so Staatsanwalt John Childress anlässlich der Urteilsverkündung am vergangenen Freitag. „Ein solches Verhalten liegt so weit außerhalb des grundlegendsten Verständnisses von menschlichem Anstand und Mitgefühl, dass unsere natürliche Neigung darin bestehen könnte, von diesem schrecklichen Schauspiel wegzuschauen. Das können wir nicht. Wir müssen anerkennen, dass das Böse in unserer Welt existiert, damit wir uns bei den tapferen Männern und Frauen bedanken können, die alles geben, damit es nicht siegt, und damit wir alle daran erinnert werden, alles zu tun, um unsere Kinder zu schützen.“

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