„Blond, blaue Augen“

Kroos: Nazi-Vergleiche nach Özil-Entscheidung

Der deutsche Weltmeister von Real Madrid, Toni Kroos, klagte über Vorurteile, die im Internet anonym geäußert und verbreitet werden können. Er habe wegen seiner blonden Haare und blauen Augen mit Nazi-Vergleichen kämpfen müssen, erzählte er dem deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier gegenüber. 

Das Thema „Hass im Netz“ rief in Deutschland eine öffentliche Debatte hervor. Das war auch der Grund, warum sich der Präsident der Bundesrepublik und der Real-Star sich online trafen. Es war ein aufsehenerregendes Instagram-Gespräch zwischen dem frischgebackenen Podcast-Star und dem Spitzenpolitiker und der Fußballer hatte dem deutschen Bundespräsidenten einiges zum Erzählen. 

Nur noch korrekte Namen und Profilbilder
Der in Ostdeutschland geborene Kroos ist dafür, dass im Internet nur noch korrekte Namen und korrekte Profilbilder verwendet werden dürfen. Es müsse nachvollziehbar sein, wer die Beiträge verfasse. „Dann bin ich mir auch ziemlich sicher, dass das abnimmt“, betonte Kroos. „Auge in Auge“ wären diese Menschen nicht so mutig, ist sich der Greifswalder sicher. 

„Die Anonymität, da haben Sie ohne Zweifel recht, hat die Hemmschwelle jedenfalls gesenkt“, meinte Steinmeier, wies aber gleichzeitig auf die Lage der Menschen in Weißrussland hin, wo die Menschen wegen ihrer Online-Aktionen Repressalien befürchten müssen. Dies wäre schlimmer, wenn es keine Anonymität geben würde, betonte das deutsche Staatsoberhaupt. 

Dreistufenplan
Steinmeier stellte einen Dreistufenplan vor, bei der in erster Linie sich die Politik einsetzen soll, dann die internationalen Plattformen, wo die Hass-Nachrichten geäußert werden und nicht zuletzt die User, die nicht den Eindruck entstehen lassen dürfen, dass die „Hater“ die Mehrheit sind. In einer gemeinsamen mehrsprachigen Aktion machten Kroos und zahlreiche Fußballprofis jüngst auf Cybermobbing und Hass im Internet aufmerksam.

Nach Kritik an Özil für viele direkt ein Nazi
Kroos erzählte von einer besonders aufwühlenden Episode in seinem Leben: Nach der WM 2018 und nach der Kritik am Rücktritt seines Kollegen Mesut Özil aus der deutschen Nationalmannschaft, bekam er auch zahlreiche Hass-Postings. „Ich war dann bei ganz vielen direkt ein Nazi. Blond, blaue Augen, hat alles gepasst für viele Leute“, sagte Kroos. Aber: "Ich habe es geschafft, da drüber zu stehen.“

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Donnerstag, 15. April 2021
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