15.12.2010 09:16 |

Anzeige erstattet

Ausbeutung und Mobbing: Neue Gerüchte um Hypo

Hinter dem finanziellen Skandal rund um die Kärntner Hypo verbirgt sich offenbar ein weiterer: die Behandlung der Mitarbeiter durch das Management. Von Ausbeutung und Mobbing ist die Rede, wer aufmuckt, könne "sich schleichen", heißt es in einem Schreiben. Eine Anzeige beim Arbeitsinspektorat wurde bereits eingebracht.

Während die Hypo-Bosse für die Einstellung neuer Mitarbeiter, die zum Teil von Wiener Großbanken "ausgeliehen" werden, Unsummen ausgeben, wird mit den "alten" Dienstnehmern offenbar unfein umgesprungen. "Mitarbeiter der unteren Ebene werden derzeit wie Sklaven ausgebeutet, psychisch komplett gebrochen und gemobbt", heißt es in einem Schreiben, das der "Krone" vorliegt. "Seit die Bank verstaatlicht worden ist, ist die Situation viel, viel schlimmer geworden."

Keine Bezahlung von Überstunden?
Beruhigungstabletten und Alkohol sollen wegen des schlechten Betriebsklimas gang und gäbe sein. Aufmüpfige Mitarbeiter würden genötigt, ein Papier zu unterschreiben, in dem sie auf alle Ansprüche gegenüber der Hypo verzichten. Zeitausgleich und Abgeltung der Überstunden sollen gestrichen worden sein.

Auf Unverständnis stieß auch eine interne Veranstaltung, bei der ein umstrittener "Tanz" von Vorstand und Mitarbeitern aufgeführt wurde, mit dem die "tolle Motivation" der Hypo-Belegschaft vermittelt werden sollte. Gegen die geplante öffentliche Aufführung dieses Spektakels hatte sich der Betriebsrat ausgesprochen.

Kraftakt über das Normale hinaus
Die Hypo wollte auf die Details der Vorwürfe nicht eingehen. Die Bank und ihre Mitarbeiter seien derzeit intensiv mit der Aufarbeitung der Vergangenheit beschäftigt, teilte Konzernpressesprecher Dominic Köfner mit: "Um die Bank wieder vollständig gesunden zu lassen, ist derzeit von allen Mitarbeitern sicherlich ein gemeinsamer Kraftakt gefordert, der in diesen Tagen für den Einzelnen manchmal über das Normale hinaus gehen kann." Man habe aber stets ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte der Mitarbeiter und tausche sich regelmäßig mit dem Betriebsrat aus.

Arbeitsinspektorat beginnt Erhebungen
Vom Hypo-Betriebsrat war am Dienstag keine Auskunft zu erhalten: Obmann Klaus Jernej ist erkrankt. Das Kärntner Arbeitsinspektorat bestätigte, dass eine Anzeige vorliegt. Mehr könne man nicht sagen: Die Erhebungen würden erst beginnen.

von Waltraud Dengel, "Kärntner Krone"

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