28.02.2021 15:18 |

„Hölle auf Erden“

Alexej Nawalny in Straflager bei Moskau überführt

Der inhaftierte Kritiker der russischen Führung, Alexej Nawalny, ist in ein Straflager in der Nähe von Moskau gebracht worden. Er soll in dem rund hundert Kilometer östlich der Hauptstadt gelegenen, gefürchteten Lager („Gulag der Gegenwart“) seine Haftstrafe verbüßen. Anhänger des inzwischen weltberühmten Dissidenten fürchten um dessen Leben.

Nawalny wurde wegen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen in einem Schnellprozess zu mehr als zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Diese soll er in einem Straflager in der Nähe der russischen Hauptstadt Moskau absitzen. Die Nachrichtenagentur Tass berichtete unter Berufung auf örtliche Medien und eine nicht näher genannte Quelle, dass es sich dabei um das Straflager 2 in der Stadt Pokrow handelt.

Familie nicht über Verlegung informiert
Nawalnys Mitstreiter Leonid Wolkow hatte zuvor in den sozialen Medien geschrieben, die Familie und Anwälte des Inhaftierten seien seit Donnerstag nicht offiziell über seinen Aufenthaltsort informiert worden. An diesem Tag hätten sie von seiner Verlegung aus einem Moskauer Gefängnis erfahren.

Furcht um Nawalnys Leben
Das Team Nawalnys fürchtet um sein Leben, weil die Straflager in Russland als „Hölle auf Erden“ in der Kritik stehen. Der Oppositionsführer Nawalny gilt für viele Menschen in Russland nach der Ermordung von Boris Nemzow vor sechs Jahren neue Hoffnung für ein Ende der Präsidentschaft von Wladimir Putin, der seit mehr als 20 Jahren an der Macht ist.

Quelle: APA

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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