Von Riiber bis Kramer

Sie sind die Top-Stars der Nordischen-Ski-WM!

Die Langläufer haben traditionell die größten Chancen, bei Nordischen Ski-Weltmeisterschaften, den absoluten Topstar zu stellen. In Oberstdorf bestreiten sie 12 von 24 Entscheidungen der am Mittwoch beginnenden Titelkämpfe. Sieben Medaillenvergaben im Skispringen und vier in der Männer-Kombination lassen aber auch den Assen in den anderen zwei nordischen Sparten genug Möglichkeiten, um sich nachdrücklich ins Rampenlicht zu rücken. In Folge eine Auswahl der Kandidaten dafür.

Jarl Magnus Riiber:
Der Norweger war in zehn bestrittenen Einzel-Konkurrenzen dieser Weltcupsaison in der Kombination siebenmal Erster und dreimal Zweiter. Ob dieser Dominanz konnte er sich nach dem Seefeld-Triple Ende Jänner aus dem Geschehen nehmen und sich speziell auf den Saisonhöhepunkt vorbereiten. Den Weltcup führt Riiber trotzdem weiter überlegen an. Der erst 23-Jährige ist Titelverteidiger von der Normalschanze sowie im Teambewerb.

Eric Frenzel:
Bei Großereignissen packt der Deutsche regelmäßig seine Topform aus. In Seefeld 2019 holte er ebenso wie Riiber zweimal Gold, und zwar im Großschanzen-Bewerb sowie mit Fabian Rießle im Team-Sprint. Seit 2011 und damit fünfmal in Folge blieb Frenzel bei Weltmeisterschaften nie ohne WM-Goldmedaille. Man darf sich daher nicht davon täuschen lassen, dass der 32-Jährige im bisherigen Saisonverlauf noch keinen Einzelsieg hat - allerdings einen im Teamsprint.

Vinzenz Geiger:
Frenzels Landsmann hat sowohl in der Woche vor Weihnachten in Ramsau als auch in Riibers Abwesenheit zuletzt in Klingenthal doppelt zugeschlagen, hält damit bei vier Saisonsiegen. Der Zweite des Gesamtweltcups hat als einziger noch eine realistische Chance, bei vier ausstehenden Weltcup-Bewerben Riiber noch abzufangen. Bei Großereignissen hat es der 23-Jährige bisher auf Team-Gold bei Olympia 2018 sowie -Silber bei den Weltmeisterschaften 2019 gebracht.

Halvor Egner Granerud:
Der Skispringer reist als absoluter Top-Favorit nach Oberstdorf an. Nur wegen einer Disqualifikation am vergangenen Freitag bei der Materialkontrolle steht der 24-Jährige noch nicht vorzeitig als Gesamtweltcupsieger fest. Mit elf Siegen hat er in einer Saison bereits soviel Weltcupsiege geholt wie der erfolgreichste Norweger bisher überhaupt. Der Norsker springt seit Saisonbeginn mit einer überzeugenden Selbstverständlichkeit zu seinen Erfolgen.

Ryoyu Kobayashi
Der Japaner war mit 13 Siegen der Saison-Dominator 2018/19. In der vorvergangenen Woche ist der 24-Jährige in Zakopane nach 13,5 Monaten auf das oberste Treppchen zurückgekehrt, hat am vergangenen Freitag in Rasnov gleich nachgelegt. Mit insgesamt 18 Weltcupsiegen weiß der Asiate, wie Gewinnen funktioniert. Bei Großereignissen hat Kobyashi noch Nachholbedarf, mehr als Team-Bronze in Seefeld 2019 war noch nicht drinnen.

Sara Takanashi:
Die Japanerin ist mit 60 Siegen die mit Abstand erfolgreichste Weltcup-Springerin der Geschichte. Nach für sie durchwachsenem Saison-Einstieg schaffte es die 24-Jährige in den vergangenen fünf Bewerben dreimal auf Rang eins und zweimal auf Platz zwei. Die Asiatin sollte ihre Form also gefunden haben. Bei Großereignissen schaffte es die Asiatin aber nur mit dem Team 2011 auf Rang eins sowie zu Einzel-Silber, danach folgten nicht weniger als viermal Bronze.

Nika Kriznar:
Die Slowenin hat das Zeug für mehrere Goldmedaillen. Im Einzel hat sie zuletzt in Hinzenbach und Rasnov ihre ersten beiden Weltcupsiege gefeiert, die Gesamtweltcup-Führung stellt ihr ein gutes Zeugnis aus. In den Teambewerben ist den Slowenen zumindest auch im Mixed ein Coup zuzutrauen, die 20-Jährige hat damit das Potenzial für dreimal Gold.

Marita Kramer:
Die Salzburgerin hat die erste Saisonhälfte mit drei Weltcup-Erfolgen dominiert, in drei der vier jüngsten Bewerben kam sie aber wegen Disqualifikation bzw. unklarer Corona-Testlage nicht zum Zug. Sollte die 19-Jährige diese Tiefschläge wegstecken und an die alte Form anschließen können, ist für sie neben den beiden Einzelbewerben auch im Team- wie auch im Mixed-Bewerb einiges möglich.

Alexander Bolschunow:
Der Russe führt den Weltcup überlegen an. Der Tour-de-Ski-Sieger hat dabei fraglos vom zeitweisen Weltcup-Verzicht der Skandinavier profitiert, aber auch in deren Anwesenheit Qualität bewiesen. Freilich muss der 24-Jährige seine Nerven im Zaum halten. Denn beim Weltcup am vorletzten Jänner-Wochenende in Lahti fiel Bolschunow mit einem Bodycheck im Zielbereich gegen den Finnen Joni Mäki unschön auf, entschuldigte sich zumindest dafür.

Johannes Höfslot Kläbo:
Zwei Monate lang war der Norweger wegen Corona-Bedenken nicht im Weltcup dabei, vor den Weltmeisterschaften absolvierte er gerade mal das Wochenende Ende Jänner in Falun. Mit den Rängen sieben, zwei und eins zeigte der 24-Jährige sein Potenzial. Die Frage bleibt aber, ob die lange Wettkampfpause negative Auswirkungen nach sich ziehen wird. Bei Großereignissen hat Kläbo noch Aufholbedarf.

Jessie Diggins:
Ähnlich wie Bolschunow ist auch der US-Amerikanerin der Gesamtweltcupsieg kaum noch zu nehmen. Auch sie hat den Tour-de-Ski-Gesamtsieg auf der Habenseite, darüber hinaus wartete die 29-Jährige mit zwei 10-km-Siegen im Skating-Stil auf. Diggins muss sich nun beim Saison-Höhepunkt der versammelten skandinavischen Elite stellen.

Therese Johaug:
Wie ihr Landsmann Kläbo hatte auch sie eine rund zweimonatige Weltcup-Wettkampfpause zu überbrücken. Mit einem Skiathlon- und Staffel-Sieg kam die 32-Jährige Ende Jänner in Lahti aber stark zurück und scheint bereit, ihren schon zahlreichen WM-Erfolgen Zuwachs zu verschaffen. Mit zehn Goldenen bzw. 15 Medaillen rangiert Johaug auf Rang fünf der ewigen internationalen Rangliste. Theoretisch ist für sie in Oberstdorf der Vorstoß in die Top Drei denkbar.

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Samstag, 27. Februar 2021
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