16.02.2021 06:00 |

Teils schwere Mängel

UV-Leuchten gegen Keime versagen im Test

UV-Geräte versprechen klinische Desinfektion für Smartphone, Schlüssel, Tastaturen oder FFP2-Masken und sind daher gerade in Corona-Zeiten besonders gefragt. Doch viele der Geräte haben teils gefährliche Mängel, wie ein Test der Computerfachzeitschrift c‘t von neun günstigen UV-Lampen zeigt. 

„Das Charmante an UV-Licht ist, es werden keine umweltschädlichen Chemikalien eingesetzt“, erklärt c’t-Redakteurin Ulrike Kuhlmann den Vorteil von desinfizierendem UV-Licht. „Allerdings kann das Licht nur dort wirken, wo es hinfällt, es braucht eine gewisse Dosis zur desinfizierenden Wirkung und die ultraviolette Strahlung greift die menschliche DNA an und gilt somit als krebserregend.“ Richtig effektiv desinfiziere nur die kurzwellige UV-C-Strahlung mit einer Wellenlänge zwischen 100 und 280 Nanometern.

Um die Gefahr für Haut und Augen zu minimieren, sollten sich die Lampen im Innern von UV-Boxen jedoch automatisch abschalten, wenn man den Deckel öffnet. Bei Lichtstäben sollte ein Lagesensor sicherstellen, dass die UV-C-LEDs erlöschen, sobald man die Lampe nicht mehr nach unten richtet, rät die Expertin.

Doch gerade in puncto Sicherheit patzten leider einige Geräte im Test: „Die UV-Stäbe von AGM und Sidium leuchteten immer, egal in welche Richtung wir sie hielten. Der Lagesensor im SL1 von Easypix funktionierte nur unzuverlässig.“ Auch die Steribox SB1 des Herstellers leuchtete demnach weiter, wenn der Deckel geöffnet wurde. Beim UV-Sterilisator von Elegiant fiel einer der beiden Sicherungsmagnete kurz nach Testbeginn aus einer Aussparung im Deckel. „Zum Glück fanden wir den winzigen Magneten wieder - ohne ihn blieb die Box dunkel, wäre also unbrauchbar gewesen.“ Obendrein emittierten einige der getesteten UV-Reiniger sehr wenig oder gar kein UV-C-Licht.

Trügerische Sicherheit
Kuhlmanns Fazit fällt entsprechend nüchtern aus: „Die mobilen UV-Reinigungsgeräte sind in der Theorie superpraktisch, bergen in der Realität aber einige Gefahren für Haut, Auge und IT oder zeigen keine Wirkung.“ Dass bei solchen Geräten selbst simpelste Sicherungsmechanismen versagten, setze dem Ganzen noch die Krone auf. Die vermeintlich desinfizierende Wirkung der mobilen UV-Geräte wiegt ihre Nutzer laut Kuhlmann in trügerischer Sicherheit.

„Während UV-Licht in Kliniken und Forschungseinrichtungen erfolgreich eingesetzt wird, hilft im Büro oder Zuhause schlichtes Putzen oft besser als eine mobile UV-Lampe“, betont die c’t-Expertin und rät stattdessen, Keime gezielt mit Wasser und Spülmittel zu beseitigen.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
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