01.12.2010 10:48 |

Risiko für die FIFA

Die WM-Vergabe könnte ungültig werden

Die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 am Donnerstag in Zürich könnte nach Angaben der Anwältin des suspendierten FIFA-Spitzenfunktionärs Reynald Temarii ungültig sein. "Das Risiko der FIFA ist, dass ihr WM-Votum unwirksam sein könnte, wenn wir dem juristischen Prozedere folgen und der Sportgerichtshof CAS am Ende die Suspendierung aufheben sollte", sagte die Juristin Geraldine Lisieur am Mittwoch.
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Sie vertritt das Exekutiv-Mitglied Temarii. Der Weltverband wirft Temarii eine Verletzung des Ethik-Codes vor. Er soll verdeckt recherchierenden Journalisten seine Wahlstimme zum Kauf angeboten haben. Der Haitianer bestreitet die Vorwürfe und will gegen die Suspendierung vorgehen.

Weil der Funktionär eine Berufung anstrebt, darf der Verband von Ozeanien keinen Ersatz-Wahlmann zur WM-Vergabe entsenden. "Ich habe mich entschieden, nicht auf dieses fundamentale Recht zu verzichten, um meine Ehre, Würde und Integrität nach diesen verleumderischen Vorwürfen wiederherzustellen", schrieb Temarii in einem Brief an die FIFA.

Bisher habe er noch keine schriftliche Begründung für seine Suspendierung vom Verband erhalten. "Ich kann meinem Klienten doch nicht empfehlen, eine Strafe zu akzeptieren, für die es gar keinen Beschluss gibt", erklärte seine Anwältin. Sie kritisierte außerdem, dass die FIFA nicht gegen drei weitere Mitglieder der Exekutive vorgeht, die zu Beginn dieser Woche unter Korruptionsverdacht gerieten. "Wenn die FIFA die aktuellen Fälle nicht wie bei meinem Klienten verfolgt, werde ich das in einem Prozess nutzen", warnte Lisieur.

Bestechungsvorwürfe
Die jüngsten Bestechungsvorwürfe richten sich gegen den Brasilianer Ricardo Texeira, Nicolas Leoz aus Paraguay, Präsident des Südamerikanischen Fußball-Verbandes, sowie Issa Hayatou, den Präsidenten des afrikanischen Kontinentalverbandes (CAF). Das Trio soll Schmiergelder von der früheren FIFA-Hausagentur ISL kassiert haben. Alle drei wiesen die Anschuldigungen zurück. Die FIFA bezeichnete die Vorwürfe als alt und gegenstandslos.

Wie geplant sollen die beiden Weltmeisterschaften am Donnerstag in Zürich vergeben werden. Abstimmen werden dann 22 Mitglieder der Exekutive. Neben Temarii darf auch Amos Adamu aus Nigeria nicht an der Entscheidung teilnehmen. Er wurde ebenfalls wegen Verstoßes gegen die Ethik-Richtlinien suspendiert. Um die WM 2018 bewerben sich England, Belgien/Niederlande, Spanien/Portugal und Russland. Für das Turnier im Jahr 2022 heißen die Kandidaten Australien, Südkorea, Katar, die USA und Japan.

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