24.01.2021 05:57 |

Kein „Schulstreich“

Pornos statt Online-Unterricht: Polizei ermittelt

Dass Schüler den Unterricht stören, ist nicht neu. In Zeiten des Distance Learning übers Internet eröffnen sich für Störenfriede aber ganz neue technologische Möglichkeiten. Jüngstes Beispiel: eine Realschule im baden-württembergischen Heidelberg, wo bislang Unbekannte den Online-Unterricht jetzt neben Musikvideos auch mit pornografischen und rechtsradikalen Inhalten störten. Die Polizei ermittelt.

Wie das Polizeipräsidium Mannheim berichtet, war es den unbekannten Angreifern während des Online-Unterrichts einer sechsten Klasse am vergangenen Freitagvormittag gelungen, die Inhalte einzuspielen. Die Schulleitung informierte daraufhin die Polizei, die nun mit „Experten für die Sicherung digitaler Spuren“ ermittelt. Auch der Staatsschutz sei eingeschaltet, hieß es.

Kein Einzelfall
Fälle wie jener in Heidelberg hätten sich zuletzt gehäuft, berichtet das Branchenportal golem.de und verweist auf einen Fall in Hessen, wo ein bislang ebenfalls Unbekannter sich in eine Videokonferenz einwählte, die Lehrerin rauswarf und Pornos zeigte. In einem anderen Fall in Bayern verschaffte sich ein Angreifer Zugang zur Lernplattform einer Volksschule, eine Achtjährige habe daraufhin während des Online-Unterrichts Bilder eines nackten Mannes angezeigt bekommen. Die Polizei ermittelt wegen sexuellen Missbrauchs.

„Das ist schon ein neues Phänomen“, zitiert die Website Christian Schorr von der Zentralstelle Cybercrime Bayern. Bei gesprengten Videokonferenzen generell seien es häufig Täter aus dem Umfeld der Betroffenen, im Schulumfeld oft auch andere Kinder, die sich schlicht einen schlechten Scherz erlaubten. „Aber wenn Kinder mit sexuellen Inhalten konfrontiert sind, ist man gleich bei einem deutlich schwereren Tatvorwurf, das ist sexueller Missbrauch.“

Täter haben oft leichtes Spiel
Als problematisch gestaltet sich demnach, dass an den Schulen jeweils ganz unterschiedliche Anwendungen für den Online-Unterricht zum Einsatz kommen. Bei vielen von ihnen genüge es, wenn man den Link kenne, wird Schorr zitiert: „Wenn man dann mit einem einfachen Klick in den Chat gelangt, ist natürlich die Versuchung, harmlosen oder nicht harmlosen Unfug zu treiben, gravierend.“

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