21.01.2021 15:02 |

Auch Landau geimpft

Impfbereitschaft unter den Pflegekräften steigt

Immer mehr Pflegekräfte sagen Ja zur Impfung. Bei der Caritas Wien ließen sich im ersten Durchgang rund 60 Prozent des Pflegepersonals impfen. Und die Impfbereitschaft steigt weiter. Auch Caritas-Präsident Michael Landau, seit fast 25 Jahren Seelsorger in einem Pflegewohnhaus der Caritas Wien, wurde bereits geimpft.

Die Sorge war mit Impfstart groß: Während sich eine große Mehrheit der Bewohnerinnen und Bewohner in Österreichs Pflegewohnhäusern bereitwillig impfen lassen, ließen Umfragen aus Österreich und Deutschland ausgerechnet beim Pflege- und Gesundheitspersonal auf eine sehr geringe Impfbereitschaft schließen. Doch diese Umfragen scheinen sich nicht zu bewahrheiten. Zumindest in den Pflegewohnhäusern der Caritas Wien zeigt sich nun: Die Impfbereitschaft steigt mit jedem Tag.

„Auch Berufsgruppen, die für die Pflege wichtig sind, impfen“
„Wir haben Häuser, in denen sich im ersten Durchgang knapp 70 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter impfen ließen“, sagt Ilse Simma-Boyd, Leiterin der Caritas Pflege in Wien. „Und die gute Nachricht lautet: Auch in jenen Häusern, die ganz zu Beginn geimpft wurden, steigt die Bereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich. Unser Ziel ist es, möglichst bald eine Impfquote von mindestens 70 Prozent zu erreichen und dabei nicht nur Pflegekräfte zu impfen, sondern - wie von der nationalen Impfstrategie vorgesehen - auch all jene, die in den Häusern beruflich ein- und ausgehen. Alle vom Reinigungspersonal, über Hospizdienste bis hin zur Seelsorge. Berufsgruppen, die für die Pflege wichtig sind.“

„Bin sehr froh, wenn ich mit Bewohnern Sonntagsmessen feiern kann“
Auch Caritas-Präsident Michael Landau, seit fast 25 Jahren Seelsorger in einem Pflegewohnhaus der Caritas Wien, wurde bereits geimpft. „Im vergangenen Jahr sind die wöchentlichen Gottesdienste im Haus über weite Strecken ausgefallen - auch Krankensalbung, Beichte. Es waren die ersten Weihnachten seit vielen Jahren, wo ich nicht gemeinsam mit meinen Damen und Herren Weihnachtsgottesdienst feiern konnte. Ich bin sehr froh, wenn ich nun rasch wieder gemeinsam mit unseren Bewohnerinnen und Bewohner die regelmäßige Sonntagsmesse feiern kann. Im vergangenen Jahr war auch das nicht möglich.“

„Waren auch plötzlich in der Situation“, dass Impfungen übrig waren
Impfung gegen Spende? „Nein, das darf und soll es nicht geben und wäre auf das Schärfste zu verurteilen. Allerdings waren auch wir bei der ersten Impfung Ende Dezember plötzlich in der Situation, dass aus vorhandenen Impfdosen mehr Impfungen gewonnen werden konnten, als vom Hersteller angegeben“, so Simma-Boyd.  „Nachdem es nicht möglich ist, den Impfstoff nach Öffnung noch einmal zu transportieren, haben wir Pflegekräfte anderer Häuser in kurzer Zeit gebeten zu kommen.“ Darüber hinaus habe man auch mobile Pflegekräfte, Ärzte, Mitarbeiterinnen des Hospiz sowie den Krisenstab der Caritas und Mitarbeiter des mobilen Impfteams des Roten Kreuz kurzfristig kontaktiert, um sie vor Ort zu impfen.

Zehn der zusätzlichen Dosen „mussten entsorgt werden“
„Insgesamt waren durch die sechste Dosis knapp 40 zusätzliche Impfungen möglich. Bitter war, dass zehn Dosen entsorgt werden mussten, weil eben nur zwei Stunden Zeit war, um diese zusätzlichen Dosen zu verimpfen.“ Einig sind sich Simma-Boyd und Landau, dass klare Vorgaben durch die Länder, wie im Fall von übrig gebliebenen Dosen vorzugehen ist, sinnvoll sind: „Einheitlichkeit und Transparenz sind hier wichtig - etwa verbindliche und priorisierte Listen. Es sollte nicht sein, dass die Entscheidung, wie mit übrig gebliebenen Impfdosen umgegangen werden soll, den einzelnen Hausleitern überantwortet wird. Je klarer die Vorgaben, umso besser und umso weniger Raum für die Versuchung der Vordrängelei.“

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