19.11.2010 08:04 |

Anschläge geplant?

D: Innenminister warnt vor Terror wie in Mumbai 2008

Deutschlands Innenminister Thomas de Maizière (Bild) hat sich am Donnerstag erstmals konkreter zu einer möglichen Attentatsplanung geäußert. "Das Szenario, auf das wir uns im Wesentlichen vorbereiten, ist, dass Terroristen von außen in das Land kommen und bald nach Ankunft ohne Vorwarnung in einem Gebäude oder an einem sichtbaren Platz einen Anschlag begehen - wissend, dass sie das im Zweifelsfall nicht überleben werden", so de Maizière. Dies sei ein ähnliches Szenario wie bei den Terroranschlägen in Mumbai im Jahr 2008.

Damals griffen islamistische Terroristen mehrere prominente Ziele im der westindischen Finanzmetropole an, darunter den Hauptbahnhof, ein jüdisches Zentrum, das "Taj" und ein weiteres Luxushotel. Hunderte wurden als Geiseln festgehalten, mehr als 160 Menschen wurden getötet. De Maizière hatte bereits am Mittwoch mitgeteilt, es lägen konkrete Hinweise auf Anschlagspläne von Islamisten in Deutschland noch in diesem Monat vor.

Grüner Ströbele zweifelt an Terror-Warnung
Der deutsche Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele hat de Maizière vorgeworfen, das Parlament nur unzureichend über die Hintergründe der ausgesprochenen Terrorwarnung zu informieren. Ströbele äußerte sich skeptisch über deren Glaubwürdigkeit.

In den vergangenen Jahren seien schließlich immer wieder derartige Warnungen herausgegeben worden. Er habe vielmehr den Verdacht, die Regierung verstärke die Terrorangst, um die Sicherheitsgesetze zu verschärfen und die Vorratsdatenspeicherung durchzusetzen. Ströbele gehört Mitglied dem parlamentarischen Kontrollgremium an, das die Arbeit der Geheimdienste überprüfen soll.

Bombe in deutschem Flugzeug war Attrappe
Indes hat de Maizière im Fall des verdächtigen Gepäckstücks in Namibia Entwarnung gegeben. Bei dem auf dem Flughafen der Hauptstadt Windhuk gefundenen Gepäckstück habe es sich um eine sogenannten Real-Testkoffer einer Firma aus den USA gehandelt. Wegen des Fundes hatte ein Airbus von Air Berlin erst mit mehrstündiger Verspätung von Windhuk nach München starten können.

Laut de Maizière ergab eine Überprüfung des Koffers durch Experten des Bundeskriminalamtes, dass sich in dem Gepäckstück kein Sprengstoff befand. Für die Passagiere des Air-Berlin-Flugs habe nach bisherigen Erkenntnissen zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden. De Maizière zufolge stellt die US-Firma Alarmsysteme her.

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