25.12.2020 17:13 |

Sport-Austria-Vize

Eschlböck: „Haben keinen Hilfeschrei vernommen“

Sport-Austria-Vizepräsident Michael Eschlböck stellt der Regierung ein gutes Zeugnis in Sachen Pandemie-Hilfen für den Sport aus. „Am Ende des Tages sind alle unsere Wünsche im Großen und Ganzen berücksichtigt worden“, sagte der Präsident des Football-Verbandes (AFBÖ). Die Perspektiven für den Sport für 2021 seien vielversprechend, wobei man punkto Impfung aber keine überzogenen Erwartungen haben sollte: „Wir schreien jetzt nicht Hurra, sobald der Impfstoff da ist.“ Im American Football seien bisher keine Vereine in arge Geldnot geraten. „Wir haben keinen Hilfeschrei vernommen.“

Der organisierte Sport sei weitgehend gut durch die Pandemie gekommen. „Da muss ich mich auch bei allen Beteiligten bedanken. Es hat am Ende des Tages wirklich gut funktioniert, auch wenn es lang gedauert hat, bis es so weit war“, berichtete Eschlböck, der ab dem Frühjahr zahlreiche Gespräche mit Sportminister Werner Kogler (Grüne) und dessen Team führte. Genauso involviert war Hans Niessl, der Präsident der Bundes-Sportorganisation Sport Austria. „Wir haben gesagt, wir brauchen einen eigenen Fonds für den Sport, dann wurde es einer für den gemeinnützigen Sektor (Non-Profit-Sektor; Anm.)“, sagte Eschlböck. „Da muss man wirklich sagen, es ist gut vorgesorgt worden, und wenn wo ein Schaden entstanden ist, hat ihn der NPO-Fonds zu einem Großteil aufgefangen.“ Das Geld sei auch schnell überwiesen worden, betonte er.

Football ist in Österreich de facto Amateursport, Spielergehälter haben die Klubs also nicht zu stemmen. Zudem gab es 2020 auch Kosteneinsparungen, weil die Ligen stillstanden. Der Football-Verband stellte es seinen Mitgliedsvereinen nämlich frei, ob sie die Saison bestreiten oder aussetzen wollten. Fast alle wählten die zweite Option, die oberste Spielklasse mutierte so zu einem Zweikampf zwischen dem letztlichen Meister Vienna Vikings und den Graz Giants. Diese zwei hätten „sofort eingereicht und problemlos die Mittel überwiesen bekommen“.

Soweit er die Situation überblicken könne, sei der Spitzensport generell heil durch die Krise getaucht. Wo es vereinzelt finanzielle Schieflagen gebe, „dürfte es nicht ausschließlich an der Pandemie liegen“. Wirklich schwer habe es der Breitensport, vor allem beim Nachwuchs seien die Einschnitte schmerzhaft. Gruppentrainings von Kindern sind schon seit einiger Zeit verboten. Generell ist die aktive Sportausübung der Österreicher zurückgegangen, zeigte eine kürzlich von Sport Austria präsentierte Studie.

Ein Unsicherheitsfaktor ist noch der Einfluss der Impfungen. Niessl forderte zuletzt bei einer Pressekonferenz eine Impfstrategie für den Breiten- und Spitzensport, Eschlböck gab sich reservierter: „Wir sagen nicht, dass sobald der Impfstoff da ist, alles gut ist, weil es gibt ja noch einen Haufen ungeklärter Fragen.“ Sein Football-Verband werde niemandem vorschreiben, sich impfen zu lassen. Auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) werde seine Athleten nicht dazu verpflichten. „Das heißt, dem Beispiel werden auch alle anderen internationalen Sportverbände folgen.“

Normalisierung erst 2022
Außerdem würden Sportler wohl erst später im Laufe des Jahres geimpft werden können, wenn die meisten Bewerbe schon längst im Laufen sind. Eschlböcks Fazit: „Die Vorsichtsmaßnahmen werden uns das ganze Jahr 2021 wahrscheinlich in unverminderter Art und Weise begleiten. Erst 2022 rechnen wir dann mit einer Normalisierung.“ Der Ausblick sei aber durchaus nicht schlecht.

Denn die Unterstützung gemeinnütziger Vereine durch den NPO-Fonds läuft 2021 weiter - zumindest das erste Quartal noch. Neben Sportvereinen sind Kulturvereine oder anerkannte Glaubensgemeinschaften anspruchsberechtigt. Ein weiterer Lichtblick für den Sport sei die Ankündigung der Regierung, Sportveranstaltungen wieder für Zuschauer öffnen zu wollen, wenn diese negative Tests vorweisen können. Und bei Testungen von Spielern und Klub-Personal habe die Politik zumindest Kostenbeteiligungen in Aussicht gestellt, so Eschlböck.

krone Sport
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