07.12.2020 18:09 |

Guten Morgen

Leiser klingeln die Kassen | Fakten statt Zwang

Leiser klingeln die Kassen. Es war zu erwarten am ersten Tag nach dem Lockdown: Lange Schlangen vor Elektro-, Möbel- und anderen Geschäften, fehlende Babyelefanten auf der Wiener Mariahilfer und anderen Einkaufsstraßen prägten das Bild landauf, landab. Die gute Nachricht: Der Großteil der Shoppinglustigen hielt sich, wenn schon nicht an den Abstand, zumindest an die Maskenpflicht. Den meisten Österreichern fehlt laut krone.at-Umfrage dennoch das Verständnis, dass viele gleich am ersten Tag die Geschäfte stürmen, umso mehr wird der heutige Tag spannend. Der 8. Dezember zählt mit den Weihnachtssamstagen zu den umsatzstärksten Handelstagen des Jahres. Aufgrund der Regel, dass pro zehn Quadratmeter Fläche nur ein Kunde eingelassen werden darf, sind Staus heute vor allem vor den Shops vorprogrammiert. Der Dezember ist ohnehin der umsatzstärkste Monat im Handel, rund 2,1 Milliarden Euro brachte das Weihnachtsgeschäft 2019. Trotz des Ansturms nach dem Lockdown wird diese Summe heuer nicht erreicht werden: Die KMU Forschung Austria rechnet mit einem Minus von zehn bis 30 Prozent. Standortberater RegioPlan mit 17 Prozent. Auch die Möglichkeit, heute um zwei Stunden und an den restlichen Einkaufssamstagen um eine Stunde länger zu öffnen, werde das Weihnachtsgeschäft nicht retten. Die Gründe dafür sind schnell gefunden: Zum einen weichen Kunden seit dem ersten Lockdown im Frühjahr auf Online-Shops aus, vielfach solche aus dem Ausland, etwa Amazon oder Zalando. Zum anderen schmerzt die Händler das Betretungsverbot für die Gastronomie. 150 Millionen Euro entgehen der Branche dadurch pro Woche, rechnet der Handelsverband. Leiser klingeln heuer also die Kassen, aber sie klingeln immerhin.

Fakten statt Zwang. Der Mann ist wahrlich kein Unbekannter: Prof. Herwig Kollaritsch, Mitglied des Beraterstabs im Gesundheitsministerium, prescht im „Krone“-Interview zur Corona-Impfpflicht vor: Er sei ein überzeugter Gegner davon, in seinen 40 Jahren Berufserfahrung habe er gelernt, dass man mit Verpflichtungen nicht weiterkommt. Impfgegner fänden immer wieder kreative Wege, diese zu umgehen. Wie soll das aber sonst gehen? „Mit gezielter Aufklärung und offener Kommunikation“, sagt der Impfexperte und Reisemediziner. Das mache allerdings eine Riesenarbeit und Mühe! Ausführliche Informationskampagnen seien deshalb neben der ständig aktualisierten Website des Ministeriums in Planung. Es werde aber darauf ankommen, wie die Politik damit umgeht: „Ich hoffe nicht, dass manche Parteien schon im Vorhinein gegen die Impfung wettern werden, ohne selbst die genauen Fakten zu kennen.“ Das spannende Gespräch heute im Blatt und auf krone.at

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