21.11.2020 20:27 |

G20-Videokonferenz

Merkel fordert Geld für globalen Corona-Impfstoff

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf dem G20-Gipfel eine engere internationale Zusammenarbeit für die Verbreitung eines Corona-Impfstoffes eingemahnt. „Um die Pandemie einzudämmen, muss der Zugang zur Impfung für jedes Land möglich und bezahlbar sein. “Dazu reichen die bisher zugesagten Mittel noch nicht aus", sagte Merkel am Samstag. Das zweitägige Treffen der Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer findet diesmal wegen der Corona-Krise nur virtuell statt. Hauptthemen sind der Kampf gegen die Pandemie, der damit verbundenen Wirtschaftseinbruch sowie der Klimawandel.

Ziel der internationalen Kampagne ist, bis Ende 2021 zwei Milliarden Impfdosen zu verteilen. „Für diese Initiative kamen bereits knapp fünf Milliarden US-Dollar zusammen. Deutschland beteiligt sich mit über einer halben Milliarde Euro“, sagte Merkel laut Redemanuskript. Die Kanzlerin forderte zudem, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nachhaltig zu stärken. „Wir brauchen eine verlässliche Finanzierung, bessere Zusammenarbeit, mehr Unabhängigkeit“, sagte sie.

Auf dem G20-Gipfel ist allerdings noch unsicher, ob die Stärkung der WHO in der gemeinsamen Schlusserklärung auftauchen wird, da die USA unter US-Präsident Donald Trump die WHO verlassen haben. Trump, der an der digitalen Konferenz ebenfalls teilnimmt, wirft der Organisation eine zu große Nähe zu China vor. Der amtierende US-Präsident verließ das Gipfeltreffen am Samstag übrigens vorzeitig, um zu einem seiner Golfplätze  zu fahren. Nach weniger als zwei Stunden in der Videokonferenz verließ Trump das Weiße Haus), um zu seinem Golfclub im benachbarten Bundesstaat Virginia zu fahren.

EU, China und Russland bieten globale Corona-Impfstoff-Verteilung an
Die Präsidenten Chinas und Russlands sowie führende EU-Vertreter haben indes Entwicklungsländern Zugang zu Corona-Impfstoffen angeboten. In Reden auf einem virtuellen G20-Gipfel betonten neben Merkel auch mehrere andere Redner die Notwendigkeit, in der Krise global zusammenzuarbeiten.

Saudi-Arabiens König Salman etwa mahnte als Gipfel-Gastgeber, dass genug bezahlbarer Impfstoff für Entwicklungsländer zur Verfügung stehen müsse. US-Präsident Donald Trump lobte nach Teilnehmerangaben in seinem Beitrag dagegen vor allem das amerikanische Vorgehen in der Corona-Krise und sagte, dass die US-Unternehmen Moderna und Pfizer Impfstoffe entwickelt hätten. Pfizers deutschen Partner Biontech erwähnte er nicht.

Chinas Präsident Xi forderte auch eine internationale Zusammenarbeit, um internationale Reisen in der Corona-Krise einfacher zu machen. China werde einen Vorschlag vorlegen, wie Reisende mit digitalen Gesundheitscodes nachweisen könnten, dass sie negativ getestet wurden. Russlands Präsident Wladimir Putin bot den in seinem Land entwickelten Impfstoff Sputnik V an und betonte, die Forscher seien dabei, einen zweiten und dritten Corona-Impfstoff zu entwickeln.

WHO-Chef fordert weltweit eine „faire Verteilung“ der Impfstoffe
Der Chef der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, orderte die G20-Staaten auf, weltweit eine „faire Verteilung“ der Corona-Impfstoffe zu gewährleisten. Die sei die Voraussetzung zur Eindämmung der Pandemie und für eine schnellere Erholung der Weltwirtschaft. Den Ländern der G20, die zwei Drittel der Weltbevölkerung und 80 Prozent der globalen Wirtschaft repräsentierten, komme dabei besondere Verantwortung zu, sagte er dem von der WHO verbreiteten Redetext zufolge.

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