22.11.2020 12:31 |

Tester begeistert

AMD meldet sich mit RX 6000 eindrucksvoll zurück!

Seit Jahren dominiert der US-Chiphersteller Nvidia den High-End-Grafikkartenmarkt am PC. Rivale AMD konnte den potenten Nvidia-Chips in der Oberklasse lang nichts entgegensetzen, sorgt nun mit seiner neuen Grafikchip-Reihe Radeon RX 6000 aber für Furore. Zum ersten Mal seit Jahren können AMD-Grafikchips wieder mit teils deutlich teureren von Nvidia mithalten, erste Tester zeigen sich begeistert.

Im letzten Jahr zeigte AMD bereits mit seinen ersten Chips mit RDNA-Architektur, dass man potente Grafiklösungen bauen kann, griff damit aber nur Nvidias Mittelklasse an. Mit der nun gestarteten RDNA2-Architektur, die auch in den neuen Spielkonsolen PlayStation 5 und Xbox Series X von Sony und Microsoft Verwendung findet, greift man nun Nvidias Oberklasse an. Zum Start gibt es drei RDNA2-Grafikkarten: Die Radeon RX 6800 bzw. 6800 XT um 580 bzw. 650 Euro sind bereits erhältlich, am 8. Dezember folgt mit der RX 6900 XT um 1000 Euro das Flaggschiff der Reihe.

Zur Radeon RX 6800 (XT) gibt es bereits erste Testberichte - und die zeigen sich begeistert von den neuen AMD-Grafikkarten mit üppigen 16 Gigabyte GDDR6-RAM. Bei „PC Games Hardware“ attestiert man, dass AMD mit seinen neuen Grafikprozessoren zum ersten Mal seit 2016 im High-End-Segment wieder eine Alternative zu Nvidia anbieten kann. Belegt wird das mit Benchmark-Tests, bei denen Grafikkarten zeigen müssen, welche Bildraten sie in aktuellen Spielen auf den Bildschirm zaubern.

Bei „Doom Eternal“ schneller als Geforce RTX 3070
So wurde im Test etwa gemessen, dass die Radeon RX 6800 um 580 Euro im Bombast-Shooter „Doom Eternal“ schneller ist als Nvidias Konkurrenzmodell RTX 3070, das im ähnlichen Preisbereich spielt. Das stärkere XT-Modell mit 2,3 statt 2,15 Gigahertz Taktfrequenz um 650 Euro nimmt es sogar mit Nvidias Geforce RTX 3080 auf, liefert bei „Doom Eternal“ nur wenig geringere Bildraten als das Nvidia-Modell, das um 800 Euro und mehr verkauft wird.

Auch in anderen Leistungstests reihen sich AMDs RDNA2-Grafikkarten im Falle des 6800-XT-Modells knapp hinter Nvidias Geforce RTX 3080, und im Fall der Radeon RX 6800 knapp vor Nvidias Geforce RTX 3070 ein. Bedenkt man, dass schon die RTX 3070 ähnlich viel Leistung bringt wie das alte Nvidia-Flaggschiff Geforce RTX 2080 Ti, das immer noch deutlich mehr als 1000 Euro kostet, hat man es heuer bei beiden Herstellern mit einem gehörigen Leistungssprung zu tun.

Nur 20 Prozent schwächer als 1700-Euro-Geforce
Die Experten bei „PC Games Hardware“ haben aus den Testergebnissen in insgesamt 20 Spielen, die bei jeweils vier verschiedenen Auflösungen auf die erzielbaren Bildraten untersucht wurden, am Ende ihres Tests auch einen Leistungs-Index errechnet, aus dem hervorgeht, wie viel Prozent der Leistung der aktuell stärksten PC-Grafikkarte, der Nvidia Geforce RTX 3090 um 1700 Euro und mehr, die neuen Radeons im Vergleich liefern. Und der Index ist vielversprechend: Die RX 6800 XT liefert 81,3 Prozent der Leistung des fast dreimal so teuren Nvidia-Spitzenmodells, die normale RX 6800 immer noch 70 Prozent. Zum Vergleich: Bei der RTX 3080 von Nvidia sind es 89,4 Prozent, bei der RTX 3070 68,9 Prozent.

Treiber, DLSS: Nvidia hat immer noch Vorteile
Ist AMDs Rückkehr in die Grafikkarten-Oberklasse damit beschlossene Sache? Nur zum Teil, dämpft das Hardware-Magazin allzu übertriebene Erwartungen. So seien AMDs Grafikkarten-Treiber noch etwas fehleranfällig, was unter anderem bei der rechenintensiven neuen Lichteffekt-Technik Raytracing zu bemerken sei. Außerdem habe Nvidia mit der KI-Upscaling-Technologie DLSS ein heißes Eisen im Feuer, das bei rechenintensiven 4K-Spielen für signifikant höhere Bildraten sorge. Darauf brauche es erst eine Antwort von AMD. Grundsätzlich liefere AMD mit seinen RDNA2-Grafikkarten aber ein konkurrenzfähiges Paket ab, das endlich wieder Spannung ins ewige Wettrüsten der beiden großen Grafikkarten-Spezialisten bringe. Profiteur sei dabei am Ende der Kunde.

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