28.10.2020 06:00 |

Anträge aus aller Welt

Pässe für Vertriebene: Ansturm weiterhin groß

Craig Morse und sein Sohn Brenner, beide wohnhaft in Fairfax, Virginia (USA), waren die Ersten, die die Chance ergriffen, neben ihrer eigenen auch die österreichische Staatsbürgerschaft zu beantragen. Durch den Holocaust Vertriebene und ihre Nachfahren haben seit 1. September die Chance dazu. Der Andrang ist groß.

65.000 Juden wurden im dunkelsten Kapitel unserer Geschichte ermordet, bis zu 100.000 aus Österreich vertrieben. Seit 1. September können nun Vertriebene und ihre Nachfahren die österreichische Staatsbürgerschaft beantragen - und ihre eigene zusätzlich behalten. Wie viele sich den rot-weiß-roten Reisepass sichern werden, ist noch unklar. Im August sprach man von Behördenseite von 50.000 bis 70.000 Betroffenen in einer Erstphase.

Bereits am 1. September war es an der österreichischen Botschaft von Washington so weit: Der in der amerikanischen Kleinstadt lebende Craig Morse und sein Sohn Brenner erhielten zusätzlich zur amerikanischen die österreichische Staatsbürgerschaft in einer feierlichen Zeremonie verliehen. Nicht die Einzigen: Fast die gesamte Morse-Familie wird sich um die Dokumente bewerben. Geplant ist, nach Abklingen der Corona-Pandemie gemeinsam in Österreich Verwandte zu besuchen.

Der Großteil der bisher mehr als 10.000 Anfragen kam aus Israel, Großbritannien, den USA und Südamerika. Laut Außenamt ist der Andrang weiterhin groß.

Stefan Steinkogler, Kronen Zeitung

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