19.10.2020 22:10 |

„Le post é la lerch“

Polylog: Wenn der Ort kunstvoll zum Raum wird

Das ladinische „Le post é la lerch“ bedeutet „Der Ort ist der Raum“. In einer Übernahme dieser von Günther Moschig kuratierten Ausstellung zur „Trienala Ladina“ aus dem „Museum Ladin“, werden derzeit in der Wörgler Galerie am Polylog die von einer internationalen Jury ausgewählten Arbeiten von fünf Ladiner Künstlern und von einem Tiroler Bildhauer präsentiert.

Der „Raum“ hat als perspektivischer Raum in die westliche Kunst Eingang gefunden und war bis zur Moderne die zentrale Bildidee. Heute wird er zudem als gestaltende Kraft für soziales Handeln verstanden. Für den Kunsthistoriker und Kurator Günther Moschig repräsentiert diese Ausstellung einen „Prototypen“ für einen Kulturraum innerhalb nationaler Grenzen.

„Es gibt Regionen, die durch nationale Grenzen getrennt sind, wie die ladinischen Dolomiten und das schweizerische Graubünden, die aber durch die Kunst zusammenwachsen. Auf diese Weise wird die traditionelle Bindung infrage gestellt, die sich zwischen dem Raum, gemeinsamer Gegebenheiten und gezogener und vertraut gewordener Grenzen gebildet hat“, lautet seine Erklärung dazu.

Kunstwerke kommen von Wettbewerb
An der sechsten Ausgabe des Wettbewerbs „Trienala Ladina“, welche bis September im Museum Ladin Ciastel de Tor in Sankt Martin in Thurn zu sehen war, bevor sie nach Wörgl in die Galerie am Polylog übersiedelte, konnten Kunstschaffende der fünf ladinischen Dolomitentäler (Gadertal, Gröden, Fassatal, Buchenstein und Ampezzo) sowie aus Graubünden und Friaul teilnehmen.

Die Sieger des Wettbewerbs, Annatina Dermont, Yvonne Gienal, Karin Schmuck, Claus Soraperra und Tobias Tavella, erhielten dadurch die Möglichkeit, ihre Kunst im Museum zu präsentieren. Zu sehen sind zudem Arbeiten des Tiroler Bildhauers Michael Schrattenthaler, der voriges Jahr den „Richard Agreiter“-Preis gewann.

Kultureller Raum trifft auf echten Raum
Mit der Ausstellung „Le post é la lerch“ wird die Galerie am Polylog zum Raum künstlerischen Handelns. Dabei wird die Bindung des Raumes an kollektive Identitäten ebenso infrage gestellt wie altvertraute Grenzziehungen. Die eingeladenen Künstler beschäftigen sich in unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen – von Malerei über Fotografie bis Performance und Installation – mit dem Thema „Raum“. Als künstlerische Kategorie ist hier der geografische, politische und kulturelle Raum ebenso eingeschlossen wie der gelebte, erlebte und architektonische Raum.

Die äußerst sehenswerte, plakative Ausstellung kann noch bis 24. Oktober, freitags von 16.30-18.30 Uhr und samstags von 10-13 und 14-16 Uhr in der Galerie am Polylog in Wörgl besucht werden.

Hubert Berger, Kronen Zeitung

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