10.09.2020 19:00 |

Neue Erkenntnisse

Archäologen zweifeln auf der „Hohen Birga“

Auf der „Hohen Birga“ in Birgitz herrscht Skepsis: Wie vertrauenswürdig sind die über 70 Jahre alten Erkenntnisse eines inzwischen verstorbenen Historikers? Die Archäologen von heute forschen mit anderen Methoden und finden daher auch mehr.

Es war Osmund Menghin, welcher 1949 nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals intensive Ausgrabungen auf der „Hohen Birga“ in Birgitz durchführte. Der Prähistoriker legte damals Überreste einer über 2000 Jahre alten Siedlungen aus der Eisenzeit frei. Doch nun stellte sich heraus, dass er seine Funde teils sehr fantasievoll interpretierte.

Ganzen Bau nie entdeckt
Denn seit mehreren Jahren führt das Institut für Archäologie der Universität Innsbruck auf demselben Hügel Forschungen durch. Wie Grabungsleiter Florian Müller schildert, muss so manche Erkenntnis von Menghin aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden: „Die Feststellung, dass es sich um eine Siedlung aus der Eisenzeit handelt, hat natürlich gestimmt. Falsch lag er eher in der Interpretation davon, was nun ein Haus ist und was nicht.“

Den Großteil eines Hauses hatte Menghin zum Beispiel nicht ausgegraben – alle Mauern und ein ganzer Gang wurden nie von ihm entdeckt. Heikler steht es jedoch um einen Ofen, den der Prähistoriker freigelegt haben will. „Er wird bis heute in Publikationen als erster Stubenofen des Alpenlandes bezeichnet“, weiß Müller. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine eingestürzte, ursprünglich mit Lehm verstrichene Holzwand.

Gewissenhaft gearbeitet
Im kommenden Jahr werden die Erkenntnisse von Menghin jedenfalls mit einer gewissen Skepsis betrachtet werden. Müller sieht darin keine Tragik: „Sie haben damals mit ihren Methoden nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet. Auch unsere Forschung wird hoffentlich in 50 oder 100 Jahren überarbeitet. Die Wissenschaft schreitet nun einmal voran.“

Mirjana Mihajlovic
Mirjana Mihajlovic
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