13.08.2020 09:05 |

Deutschland-Premiere

Ermittler setzten künstliche Kinderpornografie ein

Im Kampf gegen Pädophilie haben Ermittler im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen erstmals künstlich erzeugte Kinderpornografie eingesetzt. Nachdem der Gesetzgeber die Voraussetzungen für den Einsatz geschaffen habe, werde dieses Instrument auch eingesetzt, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts.

Aus ermittlungstaktischen Gründen könne man aber nicht sagen, um welche Verfahren es sich handle, da diese noch nicht abgeschlossen seien. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeigers“ wurde das computergenerierte Material bei den Ermittlungen zum Kindesmissbrauchs-Komplex Bergisch Gladbach eingesetzt. Die Zeitung beruft sich dabei auf Justizkreise. Auf diese Weise versuchten die Ermittler, das Vertrauen der Täter in Chatgruppen zu gewinnen und Zugang zu den kriminellen Ringen zu erhalten.

Erst eine Gesetzesnovelle im Frühjahr hatte in Deutschland den Einsatz der künstlich erschaffenen Fotos und Videos bei den Ermittlungen ermöglicht. Echte kinderpornografische Bilder und Videos dürfen Polizisten nach wie vor nicht verschicken. In Nordrhein-Westfalen hatten jüngst mehrere große Fälle von sexueller Gewalt an Kindern für Entsetzen gesorgt. Im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach fanden sich ausgehend von Ermittlungen gegen einen Mann aus der Stadt bei Köln immer weitere Spuren zu Verdächtigen an unterschiedlichen Orten. Sie sollen teils ihre eigenen Kinder missbraucht und Bilder der Taten getauscht haben.

Avatar "Sweetie" überführte Tausende Pädophile
Die Idee, mit künstlich generierten Bildern Pädophile in die Falle zu locken, ist an sich nicht neu. Bereits Ende 2013 hatte das Kinderhilfswerk Terre des Hommes in den Niederlanden mit dem Avatar eines vermeintlich zehnjährigen philippinischen Mädchens mehr als 20.000 Verdächtige ausgeforscht, die bereit waren, „Sweetie“ - so ihr Name - für sexuelle Handlungen vor der Webcam zu bezahlen. Die Organisation wollte damit auf die damals noch weitgehend unbekannte Webcam-Kinderprostitution aufmerksam machen. Allein auf den Philippinen sollen Zehntausende Kinder Opfer dieses Online-Sex-Tourismus sein.

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