Staatssekretär Jörg Leichtfried (SPÖ) forderte in der „Krone“ ein Alterslimit für soziale Medien bis 15 Jahre. Wir haben nachgefragt, wie das betroffene Kinder sowie Direktoren in der Steiermark sehen.
Schon heuer könnte ein Alterslimit für die Nutzung sozialer Medien in Österreich kommen, wie Staatssekretär Jörg Leichtfried (SPÖ) im Gespräch mit der „Krone“ andeutete. Dann wäre Kindern und Jugendlichen erst ab 15 Jahren der Zugang möglich. Vorbild ist Australien, wo seit Kurzem eine Social-Media-Sperre für Unter-16-Jährige gilt.
Doch wie sehen das Betroffene selbst eigentlich? Die „Steirerkrone“ hat nachgefragt. „Ich glaube, dass das am Anfang schwer wäre, aber es mit der Zeit leichter werden würde“, sagt die elfjährige Theresa. Sie versteht die Diskussion: „Wenn man weniger Zeit online ist, geht man mehr raus, trifft mehr Freunde“. Auch der zwölfjährige Oskar kann nachvollziehen, dass ein Verbot im Raum steht. „Am Anfang würde ich es wahrscheinlich vermissen, mich dann aber damit abfinden“, sagt er.
Kontrolle zu Hause?
Rund eineinhalb Stunden verbringt Theresa täglich auf TikTok. Oskar bevorzugt Snapchat, wo er ein bis zwei Stunden am Tag „abschaltet“, wie er sagt. „Mehr funktioniert gar nicht, das erlaubt mir die Bildschirmzeit nicht, die ich von meinen Eltern habe“, meint der Zwölfjährige. „Meine Eltern kontrollieren auch immer wieder, wie viel Zeit ich am Handy verbringe“, sagt Theresa.
Dass nicht alle Eltern so ticken, befürchtet Josef Wieser, Direktor des BG/BRG Leibnitz. „Viele Kinder sind zu Hause sicher unbeaufsichtigt in digitalen Foren unterwegs.“ Wieser kann einer Altersbeschränkung für soziale Medien etwas abgewinnen. Schon das Handyverbot in der Schule hinterlasse einen spürbaren, positiven Eindruck. „Die Kinder reden und spielen mehr miteinander in der Pause“, sagt der südsteirische AHS-Direktor.
Schon das Handyverbot in der Unterstufe hat sich bewährt.
Josef Wieser, Direktor BG/BRG Leibnitz
Regulierung notwendig
Peter Zwigl, Direktor des Gymnasiums Kapfenberg, hat bei dem Vorstoß Bedenken, denn: „Ich glaube, viele Kinder wüssten, wie sie das Verbot umgehen.“ Marco Krätschmer, Leiter des Pflichtschulclusters Judenburg, würde ein Social-Media-Verbot sehr willkommen heißen. „Andere Länder nehmen auch das Zepter in die Hand. Ich finde, eine Regulierung wäre dringend notwendig“, so Krätschmer.
Denn trotz Handyverbots in der Schule sind die Jugendlichen am Nachmittag online. „Und Anfeindungen, Unwahrheiten etc., die untereinander verbreitet werden, sind dann am nächsten Tag in der Schule Thema, vor allem bei den Älteren“, erklärt Krätschmer.
Das kann auch der Direktor eines Grazer Gymnasiums bestätigen: „Seit wir das Handyverbot haben, ist eine neue Ära angebrochen. Ich bin auch klar für ein Social-Media-Verbot.“ Es sei bedenklich, wohin die Algorithmen die Jugendlichen online führen.
„Der Schutz unserer Kinder im digitalen Raum ist kein parteipolitisches Thema, sondern eine gesellschaftspolitische Pflicht“, reagierte in einer Aussendung auch der steirische VP-Klubobmann Lukas Schnitzer. „Wir sind mit Kindern übervorsichtig in der ,echten Welt‘ – und zu wenig vorsichtig in der ,digitalen Welt‘. Die Steirische Volkspartei fordert seit Langem klare Regeln und eine verbindliche Altersgrenze.“
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