02.08.2020 05:00 |

Wunder Natur

„Überall steckt Lebenskraft drin“

Unserem „Krone“-Kräuterpfarrer Benedikt liegt bekanntlich die traditionelle europäische Kräutermedizin am Herzen. Dafür wurde er sogar von der Ärztekammer als Experte zu einem Gespräch geladen. Lesen Sie hier, was ihn Pflanzen lehren und wie er in schwierigen Zeiten Trost findet.

„Das war schon eine ganz besondere Ehre, als ich von der Ärztekammer für ein Round-Table-Gespräch angefragt wurde“, erzählt der Naturheilkundige aus dem Stift Geras in Niederösterreich beim Telefoninterview. Zusammen mit Ärzten, Pharmazeuten, TCM-Medizinern wird am Referat für komplementäre und traditionelle Medizin in Wien unter der Leitung von MR DDr. Hannes Schoberwalter erarbeitet, wie man begleitende Maßnahmen zu den unterschiedlichsten Therapien am besten für den Patienten einsetzt. Dafür bietet die ärztliche Standesvertretung auch Diplome und Vortragsreihen an. „Das freut mich, ist es mir doch ein wichtiges Anliegen, die traditionelle europäische Kräutermedizin als ergänzendes Element einzubringen. Ich bin ja weder ein Arzt noch ein Pharmazeut, aber gerade jetzt ist es wesentlich, alle Ressourcen auszuschöpfen und zu nutzen, die uns der Herrgott zur Seite gestellt hat“, so Benedikt, der im Waldviertler Stift Geras die Nachfolge des legendären Kräuterpfarrers Weidinger nach dessen Tod 2004 antrat.

„Grünkraft der Natur„ hat es die Universalgelehrte Hildegard von Bingen einst genannt. “Lebenskraft steckt einfach überall drinnen, man muss nur genau hinhören und hinschauen. Pflanzen sind Lebewesen, sie kommunizieren und sind auch mit uns in einem wunderbaren Geflecht - ich nenne es Heilwerk - verbunden“, ist Pfarrer Benedikt überzeugt. Einmal am Wegesrand innehalten und schauen, was um einen herum wächst, summt und gedeiht. Zum Beispiel der Spitzwegerich. Ein Wunder an Überlebenskraft, hält das Kraut (bekannt etwa für seine positive Wirkung auf die Atemwege und gegen Entzündungen) doch jedem Druck stand. Es wächst in harten, kargen Böden, wird von Mensch und Tier niedergetreten, in Straßennähe platt gefahren, schafft es aber immer wieder, sich aufzurichten, mit seinen starken Wurzeln die Erde aufzulockern und weiterzumachen.

Klosterführungen mit Mund-Nasen-Maske, Kirchenbesuche und Gespräche mit seinen „Schäfchen“ bei Baby-Elefant-Abstand - die Nähe fehlt derzeit auch dem Kräuterpfarrer. Doch in der Natur findet er Trost und Anleitung zum Durchhalten: „Ich fahre gerne herum und schaue mir die Welt an, das geht halt jetzt nicht. Da nehme ich mir so eine Pflanze oder einen alten Baum zum Vorbild. Als Ruhepol steht er vielleicht schon seit Jahrhunderten immer am selben Platz und nimmt alles an, was daherkommt. Das erzeugt Ehrfurcht und macht Mut."

Buchempfehlung: „Heilkräuter aus dem Klostergarten
Gesundheit und Wohlbefinden aus der Natur. „Krone“- Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger aus dem Waldviertel hat seinen reichen Erfahrungsschatz in einem neuen Buch zusammengefasst, erschienen im Verlag Ueberreuter SACHBUCH.

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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