12.07.2020 20:00 |

Bub starb vor Höhle

Geologe: Regenfälle lösten tödlichen Felssturz aus

Ein 14-jähriger Bub ist Sonntagmittag beim Zustieg zur Eisriesenwelt im Salzburger Tennengebirge bei Werfen im Pongau durch einen Felssturz getötet worden. Ein weiterer Jugendlicher wurde laut Polizei verletzt. „Ursache dafür waren die schweren Regenfälle am Samstag“, sagte Landesgeologe Gerald Valentin, der die Unfallstelle begutachtete. Die weltgrößte Eishöhle wurde evakuiert, der Weg behördlich gesperrt.

Unterdessen veröffentlichte die Polizei Salzburg am Sonntagabend weitere Details zu den beiden Jugendlichen. Demnach handelt es sich bei dem Buben, der tödlich verletzt wurde, um einen 14-jährigen Iraker. Das zweite Opfer, ein 19-jähriger Pongauer, erlitt demnach nur leichte Verletzungen am Bein.

Beide Jugendliche waren laut Polizei in Begleitung ihrer Eltern von der Bergstation der Seilbahn zum Höhleneingang unterwegs. Der 14-jährige irakische Bub war Mitglied einer 24-köpfigen Gruppe aus dem Flachgau. Im oberen Bereich kurz nach dem überdachten, breit ausgebauten Galeriegang auf rund 1600 Metern Seehöhe dürfte es zu dem Unglück gekommen sein.

„Stein hat Bub unglücklich getroffen“
Ein Stein hat den 14-Jährigen kurz vor dem Höhleneingang an der Brust getroffen, schilderte der Betriebsleiter der Seilbahn, Michael Rieder. Auf diesem Abschnitt ist der Weg sogar mit einer Lawinengalerie verbaut. „Der Stein ist von hoch oben über die Verbauung gefallen und hat den Buben unglücklich getroffen“, sagte Rieder. Der Stein sei etwa 30 Zentimeter groß gewesen und dürfte über dem Weg aus dem Felsen ausgebrochen sein.

Was auch der Landesgeologische Dienst bestätigt. „400 Meter oberhalb der Unglücksstelle hat sich ein Brocken mit circa zwei Kubikmetern gelöst. Er stürze in die Tiefe, zerbarst in viele bis zu 25 Kilogramm schwere Teile und schlug auf der Schutzgalerie auf, einzelne Teile auch daneben“, erklärte Landesgeologe Gerald Valentin, der die Unfallstelle begutachtete.

„Ursache dafür waren die schweren Regenfälle am Samstag“, sagte Valentin. Denn der Gesteinsbrocken lag auf einer mit Erde gefüllten Kluft. Der Regen machte das Erdreich rutschig, dazu kam Wasserdruck, wodurch sich am Sonntagvormittag der Block löste. Der genaue Unfallhergang wird noch von der Alpinpolizei ermittelt.

„Betreiber muss ein Konzept vorlegen“
Zum Zeitpunkt des Unfalls befanden sich rund 200 Besucher in der Eishöhle. Die Eisriesenwelt wurde evakuiert, Feuerwehr und Bergrettung brachten die Besucher in kleinen Gruppen zur Seilbahn. Das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes ist im Einsatz. Der Landesgeologe hat der Behörde empfohlen, den Weg vorerst zu sperren, um die Schutzmaßnahmen zu evaluieren. „Das haben wir sofort veranlasst. Der Betreiber muss ein Konzept vorlegen, wie die Sicherheit weiter verbessert werden kann“, sagte Katastrophenschutzreferent Norbert Paßrucker.

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