13.07.2020 05:00 |

Oft harmlos

Hilfe, ich habe einen Knoten am Hals entdeckt!

Schwellungen zwischen Kinn und Ohren deuten häufig nicht auf ein Krankheitsgeschehen hin. Dennoch zügig zum Facharzt gehen, um ernste Leiden wie Krebs auszuschließen.

Knötchen am Hals und Schmerzen, die bis zum Ohr ausstrahlen? Schwellungen in dieser Region des Körpers kommen öfter einmal vor. Dennoch ist Abklärung durch den Arzt wichtig. Schließlich können Knoten in der Halsregion zahlreiche Ursachen haben. Das reicht von entzündeten Lymphen im Rahmen einer viralen oder bakteriellen Infektion bis hin zu gut- oder bösartigen Tumoren der Ohrspeicheldrüse. Je frühzeitiger die passende Behandlung einsetzt, desto höher sind die Erfolgschancen. „Der Gang zum HNO-Spezialisten ist etwa dann angesagt, wenn die Beschwerden trotz Medikamenteneinnahme nicht besser werden. Bei anhaltenden Schmerzen sollte auch unbedingt eine Blutuntersuchung zur Identifizierung von Entzündungs- und Infektionswerten gemacht werden“, empfiehlt Priv.-Doz. Dr. Boban M. Erovic, Vorstand des Instituts für Kopf- und Halserkrankungen am Evangelischen Krankenhaus in Wien.

Häufig entpuppt sich der Ursprung des „Knödels“ am Hals als harmlos: Eine unspezifische Entzündung im Mund-Rachen-Bereich führt etwa zu schmerzhaften Lymphknotenschwellungen vorort. Ergibt die Blutuntersuchung erhöhte Entzündungswerte, sollten Arzneien, gegebenenfalls auch Antibiotika, binnen weniger Tage gut helfen. „Spätestens dann, wenn sich durch Medikamente keine nennenswerte Linderung erzielen lässt, muss der Ursache aber ganz genau auf den Grund gegangen werden“, stellt Univ.-Prof. Dr. Jafar-Sasan Hamzavi, Leiter der otologischen Abteilung am Evangelischen Krankenhaus, fest. Das erfolgt dann mittels Ultraschall-. CT- und/oder MRT-Untersuchung. Bleibt das Ergebnis dennoch unklar, bringt eine Feinnadel-Punktion eine ziemlich verlässliche Diagnose. Prof. Hamzavi: „Dabei entnimmt der Arzt mit Hilfe einer dünnen Nadel einzelne Zellen aus dem Knoten und lässt diese im Labor untersuchen. Das Ergebnis kann eine gutartige Schwellung des Lymphknotens oder der Unterkieferspeicheldrüse sein. In selteneren Fällen steckt allerdings ein bösartiger Tumor, etwa der Ohrspeicheldrüse, dahinter.“ Dann ist rasches Handeln angesagt!

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Bösartige Geschwüre im Kopf-Hals-Bereich sind heute zu 80 bis 90 Prozent heilbar, wenn man sie rechtzeitig entdeckt und entfernt.

Priv.-Doz. Dr. Boban M. Erovic, Vorstand des Instituts für Kopf- und Halserkrankungen am Evangelischen Krankenhaus in Wien

„Lässt etwa eine akute Infektion einen oder mehrere Lymphknoten anschwellen, tut das oft ziemlich weh, bleibt aber harmlos. Ein bösartiger Tumor hingegen ist zumeist hart, wächst weiter, schmerzt aber nur sehr selten“, erklärt Prof. Jafar-Sasan Hamzavi. Patienten wiegen sich daher oft in trügerischer Sicherheit. Liegt beispielsweise ein Tumor der Ohrspeicheldrüse vor, empfehlen Experten, diesen in jedem Fall zu operieren. Doz. Erovic: „Auch wenn alle Befunde auf eine gutartige Geschwulst deuten, Gewissheit liegt immer erst nach vollständiger Entfernung derselben vor. Weiters können sich auch harmlose Knoten im Laufe der Zeit zu bösartigen entwickeln, die meist eine sehr aggressive Verlaufsform haben. Mit einer zeitgerechten Operation senkt man sein Krebsrisiko erheblich.“

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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