24.06.2020 09:00 |

167.000 Euro Förderung

Vertrag mit FH gekündigt

Eisenstadt kündigt den Fördervertrag mit der Fachhochschule: Eine Nachricht, die wie eine Bombe einschlug. Schließlich ist auch für die Verantwortlichen der FH gerade in Zeiten der Krise jeder Euro Goldes wert. Zumal die Wertschöpfung, welche die Studienstätte jährlich einbringt, bei 21 Millionen € liegt.

Die Wogen gehen hoch an der FH Burgenland. Da ist von unverständlich, enttäuschend und unsolidarisch die Rede. Der Grund für die von Studierenden und Vortragenden mitgetragenen Entrüstung ist die Kündigung des Fördervertrages seitens der Stadtgemeinde. Nach fünf Jahren hat Bürgermeister Thomas Steiner angekündigt den Vertrag in dieser Form nicht zu verlängern. „Uns fehlen damit 167.000 Euro. Das kann natürlich Auswirkungen auf Qualität und Umfang des Angebots und auf die Forschung haben“, so Geschäftsführer Georg Pehm. In einem Schreiben an den Stadtchef betont Pehm die vielen positiven Effekte, welche die FH auf die Landesmetropole hat und sieht das Vorgehen als „Geringschätzung der Studenten ebenso wie der Beschäftigten“. Das Argument der Stadt: „Nur rund ein Drittel der Studierenden kommt aus dem Burgenland, alle anderen kommen aus den Bundesländern oder dem Ausland. Von den Geldern, die derzeit an die FH fließen, könnten wir vielen Burgenländern die Studiengebühren zahlen“, so Steiner, der ankündigt, das Geld zweckgebunden wieder in Bildung zu investieren .

Ein politisch motiviertes Vorgehen vermutet SP-Landesgeschäftsführer Roland Fürst hinter der Vertragskündigung. Denn schon seit geraumer Zeit werde an der Nichteinhebung von Studiengebühren Kritik geübt. Fürst: „Die ÖVP versucht überall dort, wo sie Einfluss hat, die Fachhochschulen zu zwingen, Studiengebühren zu verlangen. Dass nun auch Steiner dieses Argument vorbringt, ist natürlich hoch verräterisch und zeigt die parteipolitische Motivation.“ Als Beispiel, wie es in anderen Bundesländern läuft, bringt Fürst die Stadt St. Pölten, wo jährlich rund 1,5 Millionen € an die FH fließen.

Sabine Oberhauser, Kronen Zeitung

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