18.06.2020 05:00 |

Bettnässen

Keine Panik, wenn Ihr Kind noch nicht trocken ist!

Sauber zu werden und zu bleiben, ist ein komplexer Vorgang. Kinder nicht unnötig unter Druck setzen! Falls es nicht klappt, gibt es Hilfe.

Nicht nur die Blase, auch das Rückenmark, das Gehirn und sogar der Darm spielen beim Trockenwerden eine Rolle. „Vor dem fünften Lebensjahr muss man sich noch keine Sorgen machen“, gibt die Wiener Urologin Dr. Anne-Catherine Piskernik Entwarnung. „Außer das Kind war schon einmal über längere Zeit hindurch trocken und beginnt plötzlich wieder einzunässen.“

Die Ursachen für das Einnässen sind eine kleine Blasenfassmange, große Nachtharnmengen und eine schwere Weckbarkeit, wodurch die Kinder den Harndrang während des Schlafes nicht spüren. Auch falsche Trinkgewohnheiten, wenn vorwiegend am Abend, können nachts die Blase zum Überlaufen bringen. Früher hat man das Einnässen meist der Psyche zugeschrieben. Dr. Piskernik klärt auf: „Psychische Faktoren sind selten der Auslöser für das Einnässen, sondern oft eher die Folge von unbehandeltem Bettnässen.“ Sehr häufig haben genetische Faktoren Einfluss auf ein nasses Bett. „Wenn bereits die Eltern ein Problem mit dem Trockenwerden hatten, so ist die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht, dass auch die Kinder nachts einnässen.“ Auch der Darm spielt eine Rolle - nämlich dann, wenn eine Verstopfung vorliegt.

Die Behandlung läuft nach einem Stufenschema ab. Meist ist eine Kombination aus Veränderung der Trink- und Lebensgewohnheiten, einer Verhaltenstherapie sowie Medikamenten notwendig, um das Bettnässen langfristig einzustellen. „Ganz wichtig ist, dass der Flüssigkeitskonsum nicht eingeschränkt wird. Es sollte aber darauf geachtet werden, die Trinkmenge über den Tag so zu verteilen, dass die abendliche Zufuhr geringer ist“, appelliert die Kinderurologin. Auch mit Physiotherapie lassen sich bei kindlicher Blasenschwäche Erfolge erzielen. „Beispielsweise durch spielerische Förderung der Körperwahrnehmung, durch zielgerichtetes Üben und unter Einsatz spezifischer Behandlungstechniken“, so die Physiotherapeutin Elisabeth Tutschek aus Maria Enzersdorf (NÖ).

Die Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) bietet ein Infopaket mit kostenlosen Info- & Servicematerialien wie Broschüren, Factsheets und Ratgeber rund um die Erhaltung der Beckenbodengesundheit bzw. die Frage „Was tun bei Inkontinenz?“ an.

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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