14.06.2020 08:35 |

Posse um US-Boxerin

Doping-Experte: „Sex-Freispruch“ nachvollziehbar

Die US-Boxerin Virginia Fuchs wurde mit kurios wirkender Begründung vom Verdacht des Konsums verbotener Substanzen freigesprochen - wir berichteten. In Deutschland sorgte das Urteil für Empörung, Österreichischer Anti-Doping-Experte Günther Gmeiner kann das Urteil nachvollziehen.

Diese Geschichte aus den USA sorgt für Aufsehen. Die Boxerin Virginia Fuchs wurde in Colorado Springs vom Verdacht des Dopings mit einer speziellen Begründung freigesprochen. Die bei ihr gefundenen verbotenen Substanzen GW 1516 (unterstützt Muskelaufbau) und Letrozol (häufig im Bodybuilding eingesetzt, soll Wirkung von Steroiden fördern) sollen durch Sex mit ihrem Freund in ihren Körper gekommen sein.

Die 32-Jährige, die bei Olympia 2021 in Tokio im Fliegengewicht starten will, war nach der positiven Dopingprobe aus allen Wolken gefallen. Sie forschte lange nach. Bis sie darauf kam, dass die Substanzen in von ihrem Freund konsumierten Produkten enthalten waren. Das Ganze wirkt dennoch ziemlich kurios ...

Ringarzt: „Grober Unfug“
Daher gingen nach dem Freispruch in den sozialen Netzwerken auch die Wogen hoch. Prof. Dr. Walter Wagner, der Ringarzt bei über 100 WM-Kämpfen im Boxen war, erklärte in der „Bild“: „Ich betrachte das Urteil als groben Unfug.“

Die „Krone“ fragte bei Günther Gmeiner, Leiter des international renommierten Anti-Doping-Labors in Seibersdorf, nach. Der Chemiker sagte zum Urteil: „Ich würde das gerade bei den gefundenen Substanzen nicht ausschließen. Die Analysemöglichkeiten sind schon so gut, dass man im Neusiedler See ein Stück Zucker finden kann.“

Brasilianische Studie
Gemeiner weiters: „Einen ähnlichen Fall gab es schon vor 15 Jahren. Daraufhin starteten brasilianische Forscher eine Studie und fanden heraus, dass gewisse Substanzen durch Geschlechtsverkehr übertragen werden können.“

Matthias Mödl, Kronen Zeitung

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