20.05.2020 21:53 |

Verhandlungen laufen

Chance auf AUA-Rettung steigt, Flugstopp bis 14.6.

Die AUA-Führung hat am Mittwochabend mit der Regierung über die erhofften Staatshilfen und Standortvereinbarungen für die von der Corona-Krise bedrohte Airline weiterverhandelt. Auch für das Wochenende sind Verhandlungstermine anberaumt, unter anderem mit Vertretern der Staatsholding ÖBAG und der Finanzierungsgesellschaft COFAG. Tagsüber hat am Mittwoch der Aufsichtsrat die aktuelle Lage beraten. Entspannung brachte während der Sitzung das Okay des Bordpersonals zum Krisenbeitrag des Personals.

Personalkosteneinsparungen für die Zeit nach der Kurzarbeitsperiode sind Teil eines auf drei Jahre angelegten Businessplans, an dem ein Erfolg des Neustarts hängt. Ebenso wie 20-prozentige Kostensenkungen durch Nachlässe und Stundungen bei den wichtigsten Lieferanten und Partnern, darunter bei der Betankung oder Mieten. 

AUA braucht weniger Geld als gedacht
Der „Kurier“ schreibt in seiner Donnerstagausgabe, dass die AUA nicht die ursprünglich angesuchten 767 Millionen Euro Staatshilfe benötigt, sondern nur rund 650 Millionen Euro. Rund 300 Millionen Euro sollen auf von der staatlichen Finanzierungsagentur COFAG garantierte Bankkredite entfallen, die bis 2026 laufen. Der Rest verteile sich je zur Hälfte auf eine Eigenkapitalspritze der Republik Österreich und einen Zuschuss der Lufthansa. Als Grund, warum die AUA nun weniger Unterstützung benötige, habe Jani den Neustart genannt, der früher als geplant beginnen könne.

Keine akute Insolvenzgefahr mehr für AUA
Das nehme Zeitdruck heraus und schaffe Luft bei der Liquidität. Insolvenzgefahr bestehe unmittelbar nicht, diese Gefahr sei heute nicht mehr so groß wie noch vor zwei Wochen. Flieger in der Luft wird die AUA erst ab Mitte Juni haben. Die mehrfach verlängerte Flugpause wurde noch einmal bis 14. Juni verlängert. Die österreichische Lufthansa-Tochter hofft jedenfalls, sofern alles gut geht, im Juni wieder den Flugbetrieb im deutschsprachigen Raum aufzunehmen.

AUA rechnet mit gedämpfter Sommer-Nachfrage
In der Folge sollen dann Strecken wie London oder Paris sowie nach Osteuropa die ersten sein, die hochgefahren werden könnten. Bei guten Signalen im Juni könnte es ab Hochsommer auch im Charter wieder zu ersten Urlaubszielen gehen, etwa nach Griechenland. Heuer dürfte die Nachfrage in Summe aber nur 25 bis 50 Prozent erreichen.

Mitarbeiter verzichten auf Gehalt und arbeiten mehr
Mit dem Betriebsrat Bord wurde am Mittwoch die Eckpunkte zum Krisenbeitrag des Personals vereinbart. Demnach verzichten die Beschäftigten in der Zeit nach der Kurzarbeit auf fünf bis 15 Prozent ihrer Gagen. Die Gehälter von Besserverdienern werden stärker gekürzt. Die Kurzarbeit wird wohl noch zwei Jahre lang notwendig sein und die Mitarbeiter werden für weniger Geld mehr arbeiten müssen. Es sei aber der Plan, ab 2024 Mitarbeitern Teile der eingesparten Gagen zurückzuzahlen, falls der wirtschaftliche Erfolg es zulässt.

Geplant ist, nach der „Corona-Kurzarbeit“, die über sechs Monate geht, in die klassische vom AMS angebotene Kurzarbeit zu wechseln. All das sei auch von den Verhandlungen um Staatshilfe abhängig. Außerdem werde mit der Regierung über Standortauflagen verhandelt. Unterdessen einigte sich der deutsche Staat mit der Lufthansa auf eine Staatsbeteiligung in der Höhe von 25 Prozent.

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