14.05.2020 15:50 |

„Unterirdisch“

Auch Hofer fordert Lunacek zum Rücktritt auf

Derzeit vergeht kein Tag, an dem nicht ein Oppositionspolitiker die grüne Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek zum Rücktritt auffordert. Am Donnerstag ist es FPÖ-Chef Norbert Hofer, der die Performance von Lunacek während der Corona-Krise als „unterirdisch“ bezeichnet und in einer Aussendung klare Worte findet: „Frau Lunacek, Ihr Rücktritt ist fällig - und zwar sofort!“ Die gesamte Kulturszene mache gegen sie „im großen Stil mobil“.

Hofer begründet seine Forderung damit, dass Lunacek derzeit alle Interviews absagen würde. Eine Sprecherin der Staatssekretärin habe ein Fernsehinterview mit einem Privatsender abgesagt, weil dieser „vorher zumindest eine Woche lang Wohlverhalten und positive Berichterstattung“ zeigen müsse. „So eine Einstellung kann man als Privatperson haben, aber in keinem Fall als Staatssekretärin. Diese Haltung gegenüber unabhängigen Medien ist nicht tragbar“, schrieb der FPÖ-Chef in einer Aussendung.

Hofer: „Erfolgloseste Politikerin in der Geschichte der Grünen“
Lunacek habe als Spitzenkandidatin maßgeblich dafür gesorgt, dass die Grünen 2017 aus dem Parlament geflogen seien. „Nun arbeitet sie mit allen Kräften daran, dass die Grünen auch aus der Regierung fliegen“, so Hofer. Er könne nicht verstehen, was Grünen-Chef Werner Kogler geritten habe, die wohl erfolgloseste Politikerin in der Geschichte der Grünen zur Kulturstaatssekretärin zu machen.

Kritik von den NEOS und aus den eigenen Reihen
Am Mittwoch forderte bereits NEOS-Kultursprecher Sepp Schellhorn Lunacek dazu auf, ihren Posten zu räumen: „Vielleicht sollte im Kulturstaatssekretariat statt Lunacek jemand sitzen, der das nötige Interesse und die nötige Empathie hat, Lösungen zu finden.“ Auch Eva Blimlinger, Parteikollegin und Chefin des grünen Kulturausschusses, kritisierte Lunacek öffentlich. Sie hätte den Job selbst gerne gehabt und Lunacek fehle auch „ein bisschen“ die Kompetenz für ihr Amt.

Die Betroffene hatte sich noch am Dienstag kämpferisch gezeigt und wollte sich „nicht mit Gerüchten aufhalten“. Bis Freitag möchte sie einen Kultur-Fahrplan für Veranstaltungen im Sommer präsentieren.

Martin Grob
Martin Grob
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Donnerstag, 04. Juni 2020
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