08.04.2020 12:00 |

Aufmunternde Aktion

Luftballon aus Tirol fand Weg nach Norditalien

Durchwegs positive Reaktionen gab es seitens der Bevölkerung auf die Luftballoninitiative des Seniorenheimes Wörgl in Tirol, in der die Bewohner der Außenwelt Mut zusprachen und zum Durchhalten aufriefen. Leider gab es auch negative Stellungnahmen, die in ihrer Art meist weit unter der Gürtellinie formuliert waren. Die wohl netteste Rückmeldung kam aber aus Udine in Italien.

Es war eine äußerst liebenswerte Aktion, die sich die Bewohner und Mitarbeiter Anfang April einfallen ließen. Denn sie sendeten Dutzende bunte Luftballons mit aufmunternden Botschaften an die Außenwelt. „Wir wollten einfach nur positive Gedanken an die Außenwelt übermitteln, mit dem Ansinnen, in diesen Zeiten allen Mut zuzusprechen“, erklärt eine Bewohnerin des Seniorenheims, die sich dann auch über eine ganz besondere Rückmeldung freute.

Denn diese kam, man glaubt es kaum, aus dem Großraum Udine. Auf Facebook meldete sich Lory Loretta aus San Daniele del Friuli mit einer Botschaft, die knapp drei Tage zuvor im Seniorenheim Wörgl in die Lüfte entlassen wurde. Die Freude, aber auch Verwunderung bei allen Bewohnern war groß, als sie diese Nachricht erhielten. Denn niemand hätte nur entfernt daran gedacht, dass einer der vielen Luft-Grüße so weit fliegen könnte.

Kritik für Heimbewohner nicht nachvollziehbar
„Die Menschen müssen viel Zeit haben, ansonsten kann ich mir diverse negative Reaktionen in den sozialen Medien nicht erklären. Wir wollten doch nur ein positives Signal senden“, sagt ein anderer Bewohner des Seniorenheimes in Wörgl. Tatsächlich gab es einige wenige Kommentare, die diese Aktion im Sinne des Umweltschutzes (Luftballons) als vollkommen unnütz brandmarkten, andere wiederum fragten sich aufgrund der Fotos, wie es denn sein kann, dass hier der Mindestabstand nicht eingehalten werden muss.

„Dazu sei Folgendes bemerkt: Die Bewohnerinnen und Bewohner leben seit 13. März in totaler Isolation. Das heißt, Besuche von außen sind tabu, einzig die Mitarbeiter haben Kontakt zur Außenwelt, die allerdings müssen in der Betreuung tagtäglich höchste Hygienemaßnahmen einhalten. Mundschutz, medizinische Handschuhe sowie Schutzkleidung gehören deshalb zum Arbeitsalltag“, heißt es vonseiten des Seniorenheimes. „Eben weil wir bisher derart rigoros die Isolation bzw. die Hygienemaßnahmen eingehalten haben, sind wir bisher von einer Corona-Infektion verschont geblieben. Und das soll auch so bleiben. Wir im Seniorenheim jedenfalls werden uns durch einige übereifrige ,Sittenrichter‘ nicht davon abhalten lassen, weiter positive Botschaften an die Außenwelt zu richten. Denn wir sind trotz unseres Alters und Isolation immer noch Teil dieser Gesellschaft“, meint auch Harald Ringer, der Leiter der Einrichtung.

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