Neuer Markt

Schutzmasken aus Tirol als Trendteil des Frühlings

Tirol
01.04.2020 15:00

Ein altes Handwerk feiert Renaissance. Im ganzen Land werden fleißig Masken genäht. Von Firmen, von Privatpersonen. Für den neuen Corona-Markt, für den guten Zweck.

Das hätte sich Martin Trenkwalder von der gleichnamigen Gerberei in Scheffau wohl nie gedacht. Statt Lammfell-Beutel als Kälteschutz für Babys produzieren vier seiner Näherinnen nun Schutzmasken für Erwachsene. „1800 sollen wir in den nächsten zwei Wochen liefern. Das schaffen wir“, ist der Unterländer voll motiviert. Trenkwalder ist froh, dass er für seine Mitarbeiter in den so schwierigen Zeiten Arbeit hat. So wie mehr als 100 andere Betriebe meldete er sich bei Mode-Innungsmeisterin Brigitte Huditz, die den Großauftrag organisiert.

(Bild: Trenkwalder)

„Ein Beruf für schlechte Zeiten“
Als die Bundesregierung am Montag die Maskenpflicht in Geschäften beschloss, stieg die Nachfrage sprunghaft. Davon kann auch Agnes Baldessari aus Bach im Lechtal berichten. Die Schneiderin ist ein Ein-Frau-Unternehmen. Ein Spruch ihrer Großmutter fiel ihr dieser Tage wieder ein: „Das Schneiderhandwerk ist ein Beruf für schlechte Zeiten.“ Eine ewig gültige Weisheit. 40 Stück Masken schafft Baldessari neben der Familienarbeit täglich. Auch sie produziert für den Auftrag der Innung. Aber auch für Freunde, Nachbarn und Ärztinnen aus dem Tal wirft sie ihre Nähmaschine an. „Ich bin froh um den Job. Aber vor allem darüber, dass ich was beitragen kann“, sagt die Lechtalerin.

Dass die Masken nicht nur schützen, sondern auch schmuckes Accessoire sein können, das beweist die Innsbrucker Designerin Sabine „Ziwi“ Richter. Mit ihrer Marke Ziwi ist sie für modische Stirnbänder, Mützen oder Halsschläuche bekannt. Nun hat sie ihre Produktpalette um bunte Schutzmasken erweitert.

(Bild: Ziwi)

120 fleißige Helfer für einen guten Zweck
Eine besondere Nähaktion initiierte das Eltern-Kind-Zentrum (EKiZ) in Schwaz. Im Internet wurde zum Mitmachen aufgerufen. „Wir nähen Schutzmasken und unterstützen mit den Einnahmen Familien, die durch die Krise in Not geraten sind“, formuliert EKiZ-Geschäftsführerin Regina Hamberger die Aufgabe. Erstaunlich: 120 Frauen und Männer meldeten sich bisher. In der Firma Geiger aus Vomp wurde ein fachkundiges Unternehmen gefunden, das den Hobby-Nähkünstlern mit dem nötigen Wissen zur Seite steht und die Masken vertreibt. Firmenchef Peter Geiger: „Auch für uns ist das eine neue Erfahrung. Wir sind begeistert, dass so viele mitmachen.“ Für Geiger ist es auch eine Rückkehr zu den Wurzeln. Sein Großvater beschäftigte einst bis zu 1000 Heimarbeiterinnen. In der Krise wird Altbewährtes wieder bedeutend!

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