02.03.2020 06:00 |

Auch Makaberes dabei

Wien heizt mit Schnitten, Müll und ... Toten

Klingt makaber, ist aber so. In Wien wurden mittlerweile viele kreative Möglichkeiten gefunden, Energie zu gewinnen. Wie berichtet, will die Therme Wien die Restwärme des Abwassers nutzen, um mittels Pumpen Fernwärme zu gewinnen. Wir haben uns umgehört, was es sonst noch gibt: von Manner-Schnitten bis zum Müll. Hier eine Liste mit interessanten Energieformen:

Müll: Nicht so faszinierend, aber dass die Fernwärme in der Spittelau zu den häufig fotografierten Gebäuden Wiens gehört, ist es dann doch. Hundertwasser sei Dank. Die Wiener Müllverbrennungsanlagen versorgen übrigens rund 95.000 Haushalte mit Strom und 214.000 mit Energie.

Manner-Schnitten: 450 Schnitten pro Minute erzeugt der weltgrößte Waffelbackofen in Hernals. Das erzeugt Hitze, und diese Abwärme versorgt nicht nur den eigenen Betrieb mit Energie, sondern speist auch das Fernwärmenetz. 600 Haushalte in der Umgebung werden so mit Wärme für Heizung und Wasser versorgt.

 Kanal: Klingt grauslich, ist aber so. Die Stadt Wien prüft, wie die Wärme aus dem Kanalnetz nützlich sein kann. Derzeit werden an unterschiedlichen Stationen Messungen durchgeführt. Noch heuer soll es in Liesing zu einem ersten Pilotprojekt kommen. Das Ziel dort: Fernwärme für mindestens 900 Wiener Haushalte.

Wasserkocher: Hier reden wir nicht von den kleinen Geräten, die in unseren Küchen stehen, sondern vom größten Wasserkocher der Stadt. Die Power-2-Heat-Anlage in der Leopoldstadt verwandelt überschüssigen Strom in umweltfreundliche Wärme. Scheint die Sonne und ist im Netz bereits genug Strom vorhanden, startet der Kocher und erzeugt heißes Wasser für mehr als 20.000 Haushalte. Ein weiterer dieser E-Heizer wird 2021 übrigens in der Spittelau in Betrieb gehen.

UNO City: Dort sind es nicht die rauchenden Köpfe, die Energie erzeugen, sondern drei Wärmepumpen. Diese wandeln die Abwärme, die durch die Kältemaschinen für die angenehme Temperatur entsteht, in Fernwärme um.

Tote: Sehr makaber, aber so ist Wien eben. Beim Kremierungsprozess in Simmering entsteht Abwärme. Die heizt teilweise die Zentrale.

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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