17.07.2010 23:55 |

Bundesliga-Auftakt

Wiener Neustadt schießt LASK ab ++ Salzburg nur remis

Der Auftakt der tipp3-Bundesliga hat mit spannenden Spielen und überraschenden Ergebnissen Lust auf mehr gemacht. Am Samstag zeigte Wiener Neustadt beim 5:0 gegen Linz ein wahres Torfestival. Die Oberösterreicher kassierten noch in der ersten Halbzeit zwei Rote Karten, in der zweiten stürmten LASK-Fans das Spielfeld. Meister Salzburg holte in Kapfenberg nur ein 0:0. Sturm Graz gewann in Ried mit 3:0.

Der LASK ist mit einer veritablen Schlappe in die neue Saison der Bundesliga gestartet. In Wiener Neustadt kamen die Linzer Athletiker mit 0:5 (0:5) unter die Räder und waren dabei unfreiwillige Hauptdarsteller einer höchst kuriosen Partie. So hatten die Hausherren schon vor dem Seitenwechsel drei von vier Elfmetern verwertet und spielten die Linzer ab der 39. Minute zu neunt. Negativ-Höhepunkt war aber der Platzsturm einiger weniger LASK-Fans in der zweiten Hälfte, ein Abbruch stand kurz im Raum.

Wiener Neustadts Sturm-Routinier Hannes Aigner scheiterte zwar in der zweiten Minute noch vom Elferpunkt, verwertete seinen zweiten und dritten Elfer-Versuch (30., 41.) aber sicher. Auch Pascal Grünwald verwertete einen Strafstoß (36.). Davor hatten Tomas Simkovic (9.) und Mirnel Sadovic (26.) bereits für die Magna-Elf getroffen. Ein bitterer Abend für LASK-Neuling und Bundesliga-Rückkehrer Thomas Mandl im Tor von Schwarz-Weiß, der mit einigen Paraden sogar eine noch höhere Niederlage verhinderte. Zu allem Überfluss sahen auf Seiten der Linzer Chinchilla (29.) und Kaufmann (39.) die rote Karte.

Wiener Neustadt bleibt Angstgegner der Linzer
Wiener Neustadt bleibt damit der Angstgegner der Oberösterreicher. Schon in der Vorsaison schoss man Schwarz-Weiß mit 4:0 und 4:1 aus dem heimischen Stadion - das 5:0 war nun der höchste Bundesliga-Sieg des Klubs.

Als das Spiel längst gelaufen war, machten einige der mitgereisten LASK-Fans ihrer Wut Luft. Ein halbes Dutzend von ihnen baute sich plötzlich vor der Bank der Linzer auf, wurde von den Ordnern aber wieder auf seine angestammte Position auf der Tribüne gedrängt. LASK-Coach Kraft versuchte noch in der Pause auf die Störenfriede einzureden.

Meister Red Bull enttäuscht bei 0:0 in Kapfenberg
Auch Meister Red Bull Salzburg ist mit einer Enttäuschung in die Saison gestartet. In Kapfenberg holte das Team von Trainer Huub Stevens nur ein Remis. Vier Tage nach dem 5:0-Heimsieg im Champions-League-Qualifikations-Hinspiel der zweiten Runde gegen HB Torshavn enttäuschte die Elf schwer, allen voran Solo-Stürmer Roman Wallner, der deshalb bereits in Minute 58 ausgetauscht wurde. Kapfenberg bot dagegen eine gute Leistung und hatte zudem bei einem Stangen-Kopfball Pech, verdiente sich den Zähler also redlich.

In beiden Startformationen befanden sich jeweils vier Neuerwerbungen - Mavric, Sharifi, Taboga und Kröpfl bei den Kapfenbergern bzw. Tremmel, Mendes, Jantscher und Zarate beim Titelverteidiger, der sich im ersten Meisterschaftsspiel extrem schwertat. Am Ende standen die Salzburger erstmals seit der Saison 2005/06 (1:3 gegen den GAK) in einem Auftaktspiel ohne vollen Erfolg da.

Salzburger vernebeln hundertprozentige Chancen
Die erste Hälfte brachte nur wenige Chancen. Kapfenberg-Stürmer Alar setzte einen Kopfball nach Felfernig-Flanke knapp neben das Tor, auf der Gegenseite vernebelten die Salzburger gleich zwei Hundertprozentige: Zuerst scheiterte Zarate nach schwerem Schnitzer von Abwehrspieler Mavric im 1:1-Duell mit Torhüter Wolf (22./drüber), drei Minuten später vergab Leitgeb nach Idealflanke von Wallner per Kopf (25./drüber). In Minute 43 hatten die Gäste dann Riesenglück, als Mavric nach einem Sencar-Corner an die Stange köpfelte, und am Ende der Nachspielzeit traf Kröpfl nach Doppelpass mit Hüttenbrenner das Außennetz.

Die zweiten 45 Minuten verliefen dann noch ereignisloser. Kröpfl scheiterte nach Pavlov-Pass aus guter Position an Goalie Tremmel (59.), und auch die Salzburger sorgten nur noch einmal für Gefahr: Schwegler tankte sich auf der rechten Seite durch, doch sein Stanglpass vorbei am herauseilenden Wolf landete bei Mavric (66.). In der 79. Minute ging Leitgeb nach einem Kontakt mit Sharifi im Strafraum zu Boden, doch die Pfeife von Schiedsrichter Einwaller blieb stumm (81.). In der Nachspielzeit scheiterte Cziommer zweimal mit Weitschüssen an Wolf (91., 93.), damit blieb es beim torlosen Remis.

Stark umgebautes Sturm-Team triumphiert in Ried
Besser als Salzburg machte es der stark umgebaute SK Sturm Graz. Der herausragende Heimkehrer Imre Szabics mit einem Doppelpack (7., 90.) und Joachim Standfest (32.) schossen die Grazer in Ried zu einem 3:0 (2:0)-Erfolg.

Sturm-Trainer Franco Foda hatte die Mannschaft im Sommer komplett umbauen müssen. Die beiden Teamspieler Jakob Jantscher und Daniel Beichler verließen Graz ebenso wie die weiteren Stammspieler Peter Hlinka, Mario Sonnleitner, Ilia Kandelaki und Klemen Lavric. Dafür kam Szabics nach sieben Jahren in Deutschland zu Sturm zurück, der ehemalige GAK-Spieler Standfest kehrte von der Austria nach Graz heim.

Heimkehrer Szabics trifft bereits nach sieben Minuten
Szabics ließ die Fans nicht lange warten und stellte sich schon nach sieben Minuten mit einem Treffer ein. Nach einem schweren Abspielfehler von Hadzic schloss Kienast ein Solo mit einem Lattenschuss ab, den abspringenden Ball verwertete der Ungar per Kopf zur Führung.

Es war die erste Chance der Grazer, denn die Startphase gehörte den Heimischen. Die Rieder, mit drei Spielern aus dem Land des neuen Weltmeisters Spanien angetreten, startete mit vollem Schwung und hatte bereits nach 40 Sekunden die erste Chance. Doch Sturm-Torhüter Gratzei konnte den Kopfball des spanischen Neuzugangs Guillem zur Ecke abwehren.

Rieder zeigten Moral
Vom Rückstand erfingen sich die Oberösterreicher schnell. Ohne ihre langjährigen Führungsspieler Herwig Drechsel (abgegeben) und Oliver Glasner (Trainingsrückstand nach Verletzung) machten sie das Spiel und kamen auch zu einigen Chancen, doch im Abschluss waren die Grazer abgeklärter. Nachdem Ried-Schlussmann Gebauer einen weiteren Kopfball von Szabics aus sechs Metern auf der Linie parieren konnte (19.), schlug wenig später Standfest zu. Der Verteidiger verlängerte eine Weber-Hereingabe mit der Ferse ins kurze Eck zum 2:0 (32.).

Die Gludovatz-Elf ließ sich aber nicht entmutigen und setzte sich nach der Pause fast permanent in der Hälfte der Grazer fest. Sturm kam kaum mehr gefährlich vor das Tor der Rieder, die allerdings nur wenige hochkarätige Chancen herausspielen konnten. In der Schlussminute zog Szabics aber noch einmal ab und traf aus rund 25 Metern ins Kreuzeck.

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