Chaos wegen „Sabine“

Bahn-Odyssee für Fußballfan aus Niederösterreich

Sturmtief „Sabine“ hat in Europa nicht nur zahlreiche Schäden, sondern auch großes Chaos vor allem im Reiseverkehr angerichtet. In Deutschland herrscht nach den Orkanböen vor allem auf den Schienen eines: Stillstand. Tausende Reisende sitzen derzeit auf deutschen Bahnhöfen fest, weil der Bahnverkehr eingestellt ist und Züge ausgefallen sind. Und in den wenigen, die derzeit verkehren, passt derzeit kaum ein Blatt zwischen die Passagiere, wie ein betroffener Niederösterreicher am Montag gegenüber krone.at schilderte.

Seit den frühen Morgenstunden versucht der Fußballfan Michael P. nach Spiel-Besuchen mit der Bahn zurück nach Österreich zu kommen. Ein überaus schwieriges Unterfangen, denn reihenweise sollten mögliche Verbindung nach Wien gestrichen werden. „Ich befinde mit derzeit in einem Zug von Leipzig nach Erfurt“, berichtet der Niederösterreicher gegen Montagmittag. Und mit ihm noch eine Vielzahl anderer. „Der Zug ist bummvoll, alle Sitzplätze, alle Gänge, alles“, schildert er.

„So eng standen wir schon lange nicht mehr zusammen“
Die Stimmung sei derzeit allerdings recht gelöst, „es fliegen die Schmähs“, so der Reisende. „Gerade wurde durchgesagt, wo noch freie STEHPlätze sind.“ Ein Passagier habe kürzlich in die beengte Runde gemeint: „So eng standen wir schon lange nicht mehr zusammen.“

Video: Sturm „Sabine“ wütete in Deutschland

Die Reise nach Wien ist noch lang
Mittlerweile setzte sich der Zug in Bewegung, nachdem zuvor aufgrund der Überfülle an Menschen eine Abfahrt hinausgezögert worden war. In Erfurt angekommen zeigten sich Straße und Plätze „leergefegt“, so P. - und das im wahrsten Sinne des Wortes. Nahezu kein Mensch war zu sehen.

Doch die Reise nach Wien ist noch lang, denn derzeit verkehren keine Züge von München aus nach Österreich. Deshalb entschied sich der Niederösterreicher dazu, die Fahrt nach Hause zu unterbrechen - für den Besuch eines weiteren Fußballspiels, das laut Stand früher Nachmittag auch stattfinden soll. „Nächster Versuch morgen“, so P., um nach Wien zu gelangen. 

Armin Wolf im Nachtbus nach Wien
Von einer langen Heimreise kann wohl auch ORF-Nachrichtenmoderator Armin Wolf ein Liedchen singen. Er war am Wochenende in Berlin und twitterte in der Nacht auf Montag: „Vor ,Sabine‘ in den Nachtbus Berlin-Wien geflüchtet. Wird wohl eine längere Nacht.“

Christine Steinmetz
Christine Steinmetz
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