Sparen bei Kindern

„Zurück an den Herd, aber ohne Prämie“

Salzburg
08.11.2025 21:00

Nach den Einsparungen in bei den Pflegekräften, die für eine enorme Protestwelle sorgen, spart die Salzburger Landesregierung auch bei der Kinderbetreuung. Gemeinden können nicht einspringen, Eltern müssen mehr zahlen. 

Jetzt dürfte es fix sein. Das Land Salzburg in Form der schwarz-blauen Landesregierung streicht laut aktuellem Gesetzesentwurf den Zuschuss für die Kinderbetreuung. Somit wird der Elternbeitragsersatz um 1,3 Millionen Euro reduziert. Die Gemeinden können dies in den finanziell angespannten Zeiten nicht ersetzen, somit werden die Eltern zur Kasse gebeten – im Schnitt sind es etwa 40 Euro pro Monat. Es ist nach dem Aus für den Pflegebonus und dem gestrichenen Gehaltspaket für Angestellte der Salzburger Landeskliniken (SALK) der nächste Schlag.

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Diese Kürzungen können die Gemeinden nicht abfedern und werden die Familien treffen. Damit wird Kinderbetreuung noch teurer.

Simon Heilig-Hofbauer, Die Grünen

„Wer bei den Kindern spart, dem ist die Zukunft unseres Landes nichts wert“, warnt der Landtagsabgeordnete Simon Heilig-Hofbauer (Grüne) und fügt hinzu: „Durch die deutlich höheren Kinderbetreuungskosten werden Frauen zurück zu Heim und Herd gedrängt, ganz ohne eine Prämie. Schwarz-Blau agiert hier kinder-, frauen- und wirtschaftsfeindlich.“ Man stelle sich vor: Eine Mutter arbeitet als Pflegekraft, verliert erst ihren Bonus (130 Euro pro Monat) und muss nun auch noch mehr für die Kinderbetreuung zahlen

Gruppen sollen künftig einzeln bewilligt werden
Scharfe Kritik am Gesetzesentwurf kommt auch von der KPÖ Plus. „Bei den teuren Mieten und hohen Lebenshaltungskosten in Salzburg sind Familien, insbesondere Alleinerziehende, auf eine funktionierende und leistbare Kinderbetreuung angewiesen“, so Klubobfrau Nathalie Hangöbl. Auch sie sieht eine „Zurück an den Herd-Mentalität“ seitens der Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ). Zur Erinnerung: Svazek versprach vor der Wahl, eine Form des sogenannten Berndorfer Modells zu forcieren, bei dem Eltern, die ihre Kinder daheim betreuen, eine Prämie bekommen hätten sollen. Von dieser ist jetzt keine Rede mehr.

Ein weiterer interessanter Aspekt beim Gesetzesentwurf ist die Tatsache, dass Betreuungsgruppen künftig einzeln bewilligt werden sollen und nicht, wie bisher, die gesamte Einrichtung. Damit könnte sich das Land aussuchen, welche Gruppen genehmigt werden.

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